ZEIT VERGEHT

Wenn du an einen neuen Ort gehst, weißt du zunächst nicht, was du tust und fragst, warum habe ich das auch gemacht? Dann folgen sogar noch mehr Fragen: Warum machen die Leute das, warum tun sie das nicht. Aber wenn du anfängst, die meisten Dinge zu verstehen, die passieren, dann fängst du an zu genießen. Aber dieser Genuss kommt mit vielen Sorgen, unter denen eine auch der Aspekt der Zeit ist. Man beginnt, Dinge zu genießen, wenn die Zeit schon vorbei ist.

Das war bei mir der Fall, ich kann nicht glauben, dass es alles zu Ende geht, so schnell nach den ersten Monate, die ich damit verbracht habe die Dinge zu verstehen, die um mich herum passieren, Dinge wie:

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Die neue ewe-aktuell als ePaper

Liebe Leser,
das Leben bringt immer wieder neue Moden mit sich – auch die Entwicklungszusammenarbeit, die vor nicht allzu langer Zeit noch Entwicklungshilfe hieß. Mal war das Stichwort « nachholende Entwicklung», dann ging es um die « Befriedigung der Grundbedürfnisse », es folgten « Strukturanpassungsprogramme », und im Jahr 2000 erreichten uns schließlich die Milleniumsziele, die sogenannten MDGs, bei denen man 2015 schließlich konstatieren musste, dass sie in vielen Ländern, gerade in Afrika, nicht oder nur teilweise erreicht wurden.
Nachfolger der MDGs sind nun die SDGs – die nachhaltigen Entwicklungsziele, die bis 2030 erreicht werden sollen. Anders als die Milleniumsagenda gelten die 2015 von den Vereinten
Nationen verabschiedeten 17 Ziele nicht nur für die sog. Entwicklungsländer, sondern für alle unterzeichnenden Staaten – für Sambia genauso wie für Deutschland. Viele Ziele sind als Herausforderungen formuliert, wenn es auch sicherlich für das eine Land schwerer wird als für das andere, die Ziele auch wirklich zu erreichen. Mit dem Ziel 17 wurde wie schon in der alten Agenda ein Meta-Ziel festgelegt, das mir immer sofort in den Sinn kommt, wenn ich an die Arbeit des ewe denke : Globale Partnerschaft stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben füllen. Dies lässt sich nicht dadurch erreichen, dass der Amtsherr aus dem ehemaligen Bonner Bundeskanzleramt in Afrika einen Marshall-Plan verkündet. Auch nicht dadurch, dass die Bundeskanzlerin in der Sahelzone um die Aufnahme rückkehrender Flüchtlinge bittet. Es lässt sich nur dadurch erreichen, dass man sich besser kennenlernt – gerade zwischen Nord und Süd. Und je früher man dies tut, umso mehr kann das zu globaler Partnerschaft beitragen. Was also gibt es besseres, als in jungen Jahren, frisch nach der Schule, mal eine ganz
andere Seite der Welt kennenzulernen ? Unsere Freiwilligen tun dies ja für Jahr – schon in diesem Sommer kommen und gehen die nächsten, wir freuen uns auf den weiteren Ausbau einer globalen Partnerschaft.
In diesem Sinne wünsche ich euch und Ihnen eine angenehme, partnerschaftliche Lektüre,
Johann Heilmann
ewe-aktuell 1/2017

Chilala und Mbonyiwe freuen sich auf Deutschland

Chilala MPILE –20 Jahre alt aus Monze

… Es ist unglaublich, dass ich eine der beiden sein werde, die am Austausch teilnehmen wird. Das ist so eine tolle Neuigkeit für mich und meine Familie, die mich unterstützt und ermutigt hat an der Auswahl teilzunehmen.

Ich freue mich auf den Austausch und die Erfahrungen, die ich in Deutschland machen werde. Das ist für mich die Gelegenheit, die deutsche Kultur kennenzulernen und auf der anderen Seite meine sambische Kultur zu teilen. Ich werde sehr glücklich sein und meine Erfahrungen als erfolgreich einstufen, wenn ich einen guten Eindruck in Deutschland hinterlasse, wenn man sich an mich erinnert und zurück in Sambia werde ich versuchen, einige der Normen beizubehalten. …Ich würde gerne in einem Krankenhaus arbeiten, um eines Tages meinem Interesse, Ärztin zu werden, näher zu kommen. …

Mbiyoni

Mbonyiwe BANDA  – 18 Jahre alt aus Chikuni:

…. und ich gehöre nun zu den beiden Teilnehmern des interkulturellen Austauschs 2017/18 in Deutschland. Ich war hocherfreut über den Erfolg, es ist eine seltene Gelegenheit, an einem internationalen Ereignis teilzunehmen, bei dem so viele einen guten Eindruck hinterlassen möchten. Darüber hinaus habe ich immer davon geträumt, in andere Länder zu reisen, um zu lernen und zu forschen und einige Wunder dieser Welt in Wirklichkeit zu sehen.

Ich werde mein Jahr in Deutschland dazu benutzen, die Kultur kennenzulernen und zu teilen. Ich hoffe, dass sich die Gelegenheit bietet, meine Kultur zu zeigen, Leute zu treffen, ihre Lebensweise,  Sitten und Gebräuche kennenzulernen. Ich lerne gerne neue Dinge und Freunde kennen und erkunde vieles, von dem ich höre oder im Fernsehen sehe.

Ich möchte gerne Krankenschwester werden und deshalb würde ich gerne in einem deutschen Krankenhaus arbeiten, um mein Interesse  und meinen Wunsch, Krankenschwester zu werden, zu verstärken. Die Krankenpflege liegt mir sehr am Herzen und ich bin mitfühlend, sozial interessiert, liebevoll und fleißig, ich glaube, dass dieser Beruf nie eine Last für mich werden kann. …

 

Sambische Freiwillige ausgewählt

Sechs junge Frauen, die in ihren Pfarreien aktiv in der Jugendarbeit tätig sind und von den Jugendlichen  für den Freiwilligendienst im ewe in Deutschland vorgeschlagen waren, trafen sich Anfang Februar zum Auswahl-Wochenende der Diocese of Monze. Die Idee des Freiwilligendienstes im ewe wurde ihnen von Sr. Chrisencia, der Begleiterin der deutschen Freiwilligen und von Agnes Simoloka vom Development Department der Diözese nahe gebracht.

Nach einigen Tests und Einzel-Interviews wurden dann Chilala Mpile und Mbonyiwe Banda als Freiwillige des ewe 2017/ 2018 ausgewählt.

Herzlichen Glückwunsch, wir freuen uns auf Euch!

Nun ist es an uns Gastfamilien zu finden.

ewe-Rückmeldeaktion

Liebe Abonnenten und Leser der ewe-aktuell, liebe Freunde des eine-welt-engagement e.v.
Seit mehr als 15 Jahren berichtet die ewe-aktuell über die Erfahrungen deutscher und sambischer Freiwilliger in ihrem Sozialen Dienst für Frieden und Versöhnung. Darüber hinaus veröffentlichen wir Berichte über die Situation in unserem Partnerland Sambia, stellen Projekte vor und erfahren von den Entwicklungen unserer Freiwilligen nach ihrem Dienst.
Zu besonderen Gelegenheiten erscheint die ewe-aktuell auch in Englisch, um so unseren sambischen Partnern auch Gelegenheit zu geben an der Kommunikation in unserem Verein teilzuhaben.
Die Herausgabe unseres vier Mal im Jahr erscheinenden Magazins ist der Redaktion von Johann Heilmann zu verdanken, einem ehemaligen Freiwilligen des ewe.
Wir wollen auch weiter eine informative und professionell gestaltete ewe-aktuell Ihnen, unseren Mitgliedern, Lesern und Freunden zur Verfügung stellen.
Layout, Druck und Versand kosten mittlerweile mehr als die Hälfte der Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen und die Inserate sind rückläufig.
Deshalb wollen und müssen wir, bei gleichbleibender Qualität, bei Druck und Versand sparen.
Ab 2017 erscheint die ewe-aktuell nur noch als ePaper im PDF-Format. Auf Wunsch versenden wir sie aber auch als gedruckte Ausgabe per Post.
Bitte geben Sie uns bis 31. Januar eine Rückmeldung, welche Form des Versandes Sie bevorzugen und teilen Sie uns die dafür erforderlichen  Adressen über das Formular

Was bleibt

Wenn ich jetzt zurückschaue, weiß ich nicht, ob ich die 14 Monate, die wir schon wieder in Deutschland sind, lang oder kurz finden soll. ….

Doch ab und zu kommen noch so Momente, da könnte ich kurz anfangen zu weinen, weil mich Fernweh – oder Heimweh, je nachdem – überkommt.

So beginnt bzw. ein Artikel der neuen ewe-aktuell, die gerade redigiert wird.
Er wurde von Anna einer ehemaligen Freiwilligen verfasst und ist typisch für so viele  „Danach-Gefühle“ unserer Freiwilligen. Noch vor Weihnachten werden wir die ewe-aktuell hier zum Download bereit stellen