Daniel in Deutschland

ZEIT VERGEHT

Wenn du an einen neuen Ort gehst, weißt du zunächst nicht, was du tust und fragst, warum habe ich das auch gemacht? Dann folgen sogar noch mehr Fragen: Warum machen die Leute das, warum tun sie das nicht. Aber wenn du anfängst, die meisten Dinge zu verstehen, die passieren, dann fängst du an zu genießen. Aber dieser Genuss kommt mit vielen Sorgen, unter denen eine auch der Aspekt der Zeit ist. Man beginnt, Dinge zu genießen, wenn die Zeit schon vorbei ist.

Das war bei mir der Fall, ich kann nicht glauben, dass es alles zu Ende geht, so schnell nach den ersten Monate, die ich damit verbracht habe die Dinge zu verstehen, die um mich herum passieren, Dinge wie: „Warum mögen viele Deutsche gerne viel Kuchen essen und trinken viel Kaffee ohne Zucker? Warum kleben sie so an der Zeit“ Aber jetzt, wo ich sie verstehen kann und eine Menge der Dinge, die Menschen tun, genießen kann, scheint die Zeit so kurz zu sein. Und dann fange ich an nachzudenken, was  ich mit meiner restlichen Zeit hier noch tun kann. Es passiert mir wirklich die ganze Zeit, wenn ich an einem neuen Ort bin.

Was sage ich eigentlich, beschwere ich mich, dass die Zeit zu kurz ist? Nicht wirklich, aber ich fange an, an all die schönen Dinge zu denken, die ich zurücklassen werde.

Meine Gastfamilie: Sie sind alle sehr nett zu mir in vielerlei Hinsicht, ich erwähne nur unsere vielen Ausflüge, die Spiele und das tolle Essen. Es gibt wirklich eine Menge Dinge, die ich von vielen Leuten in vielerlei Hinsicht gelernt habe, aber ich glaube, ich möchte vor allem meiner Familie danken, dass sie so unterstützend und ermutigend ist.

Meine Arbeit: Manchmal war es wirklich schwer, morgens früh aufzuwachen und jeden Morgen zur Arbeit zu gehen. Eine Zeit lang musste ich mit vielen Rätseln und Fragen arbeiten, weil die Leute eine Sprache sprachen, die ich nicht wirklich verstand, und eine Kultur haben, die anders war als  die, mit der ich aufgewachsen bin. Aber an meiner Seite war ein Team von hart arbeitenden Krankenschwestern, die dort waren, um mir zu helfen, meine Arbeit zu verstehen. Auch von der Arbeit, die ich von sehr kleinen Gesprächen mit Patienten  gelernt habe, muss ich sagen, dass viele Leute sehr nett sind und offen zu helfen, wenn man nett zu ihnen ist, das habe ich oft erlebt. Ich mache viele Fehler in Vielem hier, besonders beim Sprechen, aber viele Patienten helfen mir immer, was ich zu sagen und zu tun habe. Und so fühle ich mich so sehr zu Hause.

Gesellschaftlich: Ich habe in Deutschland viele Freunde gefunden und die meisten von ihnen sind so nett und hilfsbereit, wenn ich über sie schreiben soll, wäre es ein weiterer Artikel. Es sind alle diese Leute, die mir geholfen haben, mich an die deutsche Kultur und Sprache zu gewöhnen. Ich grüße sie alle.

Und was möchte ich nun sagen? Wenn du eine Chance hast, etwas zu tun, mache immer das Beste aus der Zeit, die du hast, weil die Zeit wirklich so schnell vergeht und stelle sicher, jeden Schritt zu genießen, den du gehst, weil es das Beste sein könnte, das du je haben wirst. Ich möchte auch meine Dankbarkeit an alle ausdrücken, die sich Zeit für mich genommen haben, um mir auf einfache Weise und bei vielen Gelegenheiten zu helfen. Meine Erfahrung wäre nicht so schön gewesen, ohne ihre Bemühungen.

Die Zeit fliegt, aber du bist der Pilot, also mach das Beste aus dem Wenigen, das du hast.

Daniel Nanja


Ein Telefongespräch mit meiner Mutter in Sambia

  • – Hallo…Ha… Hallo Mama.
  • – Hallo, mein Sohn, wie geht es dir und deiner Gastfamilie?
  • – Gut! Es geht allen hier sehr gut. Und wie geht es Euch, zu Hause?
  • – Alle sind okay. Viele Grüße von deinen Freunden hier.
  • – Danke, bitte grüße alle zurück, ich freue mich, das zu hören.
  • – Bitte erzähle mir jetzt mehr von dir, Lieber.
  • – Ach Mama, das Leben hier ist nicht nur okay, es ist einfach großartig. Ich mache so viel und lerne eine Menge dazu. Ich hoffe, dass du genug Zeit hast, mir zuzuhören.
  • – Dann fang mal an, mein Lieber.
  • – Es ist so viel passiert, seit wir das letzte Mal gesprochen haben. Aber das Leben hier ist immer noch gut und das Wetter immer noch kalt. Meine Haare sind noch immer lang und gelockt. Meine Arbeit ist ganz in Ordnung, nur manchmal fällt mir das frühe Aufstehen schwer. Mein Deutsch wird nicht so schnell besser wie ich gehofft habe, da brauche ich sicherlich noch eine Menge Zeit, um daran zu arbeiten.

Aber lass dir jetzt ein paar Dinge erzählen, die aktuell sind.

Ich lerne immer noch Gitarre und Klavier spielen. Und dann habe ich angefangen, schwimmen zu lernen in einem richtigen Kurs.

  • – Und wie ist das?
  • – Es geht Stück für Stück voran.
  • – Das ist schön zu hören, mein Lieber.
  • – Danke Mama. Ich habe auch den Bürgermeister von Merzenich getroffen, das ist der Ort, in dem ich wohne. Es war sehr interessant, und ich war nicht alleine dort, sondern mit drei anderen deutschen Freiwilligen. Wir diskutierten ein wenig und es gab eine Menge Fragen, von denen ich die meisten beantworten musste.

Jetzt möchte ich dir gerne noch von meinem „Bergfest“ erzählen, es markiert die Hälfte meines Jahres hier in Deutschland. Wir haben es am 12. Februar  in der Marienkirche in Düren gefeiert. Es ging nur um mich und meinen Aufenthalt hier, und das war ein ganz besonderes Gefühl. Fast meine ganze deutsche Familie war da und einige Freunde. Es gab Kuchen, Kaffee, Tee und natürlich Wasser.

Zunächst hörten wir langsame Musik, bis alle Gäste angekommen waren. Dann gab es eine kurze Begrüßung, und ich hatte eine Foto-Präsentation vorbereitet über mein Leben in Sambia und in Deutschland. Dann tanzten wir etwas, das unserem Tanz „Fwemba“ ähnelt.

  • – Hast du mit deinem Rücken aufgepasst? Als du beim letzten Mal getanzt hast, hattest du danach Rückenschmerzen.
  • – Ja, Mama, dieses Mal habe ich aufgepasst.

Alles an diesem Tag war so besonders für mich. Und ich bin den Leuten, die mir bei der Vorbereitung geholfen haben, so dankbar.

Ich habe auch zwei von den drei Mädchen getroffen, die ab August in Sambia sein werden.

  • – Sehr schön. Und was ist mit den beiden sambischen Mädchen, die nach Deutschland kommen? Bist du mit ihnen in Kontakt und gibt es schon Gastfamilien für sie?
  • – Wir suchen immer noch Gastfamilien, aber wir hoffen, nette Familien zu finden. Ich bin auch in Kontakt mit den Mädchen aus Sambia, sie sind auch sehr nett.

Mama, ich könnte dir noch soooo viel erzählen, was alles hier passiert ist…. aber es ist zu viel alles auf einmal. Ich hoffe, dass wir bald wieder telefonieren können. Jetzt muss ich mich beeilen, um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen.

  • – Okay, Liebes, alles Gute für dich und lass es dir gut gehen. Viele Grüße an deine Familie und deine Freunde.
  • Danke Mama und tschüss.

Daniel Nanja


Einleben in Deutschland
Wann immer wir zu neuen Orten reisen, hat jeder seine eigenen Erwartungen, Ängste, Hoffnungen und Wünsche. Das Einzige, das wir nicht wissen, ist wie dies alles sich verwirklichen wird. Ich schreibe diesen Bericht während meiner zweiten Seminarwoche, das heißt ich bin mit vielen Leuten zusammen, die meine Erwartungen, Ängste, Hoffnungen und Wünsche teilten bevor sie ihr freiwilliges Jahr begonnen hatten.
img-20161116-wa0005Ich erinnere mich noch gut, als ich mich bereit erklärte ein soziales Jahr in Deutschland zu machen und mir versprochen wurde, dass ich in einer Gastfamilie bleiben würde, damit ich mich auch leichter und schneller an die deutsche Kultur gewöhnen könnte. Zu meiner Gastfamilie gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Sind sie nett? Werde ich dort glücklich sein? Und ich stellte mir viele andere Fragen.  Ich erwartete tatsächlich eine nette Familie, aber das war  nicht das, was ich vorfand. Das was ich vorfand war nicht nett, sondern etwas Großartiges, so toll, dass es nicht würdig ist nett genannt zu werden: es ist viel mehr als eine Gastfamilie, es ist eine echte Familie. Auch dem EWE möchte ich danken für  diese großartige Idee, die Freiwilligen in Gastfamilien unterzubringen und auch für die Begleitung all der netten Leute rund um den Verein.
Ich erinnere mich auch daran, dass ich mich für einen Arbeitsplatz in Deutschland entscheiden musste. Ich wählte das Krankenhaus aus und meine Erfahrungen dort sind wirklich gut. Meine Arbeitskollegen auf der Station sind engagiert, verständig und einfach nur großartig. Ich muss hier noch hinzufügen, dass ich ja meine Arbeit begann nach nur einem Monat Deutschunterricht , ich sprach also noch nicht wirklich gut Deutsch, aber alle unterstützten mich und machten mir Mut.
In dieser kurzen Zeit, die ich in Deutschland bin, habe ich schon so viel erlebt, dass ich nicht auf alles eingehen kann, sondern nur ein paar Dinge teilen möchte.
Für mich ist es sehr interessant, dass im August die Sonne um 22h unterging und jetzt im November gegen 17h. Bei uns in Sambia geht sie immer etwa gegen 19h unter.
Mir ist auch aufgefallen, dass die Deutschen sich gerne amüsieren. Am 11. November habe ich tausende Leute gesehen, die lustig angezogen waren und alle möglichen ulkigen Dinge taten . Sie möchten nicht sagen, dass sie verrückt sind….Sie nennen es Karneval und dann bleibe ich auch bei diesem Wort, aber es war wirklich ein Wunder und es hinterließ in mir den Wunsch nach mehr davon.
Zusammenzufassend kann ich über meinen Aufenthalt in Deutschland nur sagen, dass er bisher toll und interessant war auf so viele verschiedenen Weisen und dass ich so gerne hier bin.
Ich danke meiner Gastfamilie und dem EWE in Deutschland und in Sambia

Daniel Nanja


Mein Flug nach Deutschland

  1. August spät in der Nacht, ich war so glücklich und gleichzeitig ängstlich und besorgt. „Ist es wirklich wahr, dass ich nach Deutschlang fliege auf meinem allerersten Flug?“ Ich konnte mein Glück nicht fassen und mein Herz schlug so schnell, war es aus Angst oder vor Freude?

Ich winkte allen zum Abschied zu, die mich zum Kenneth Kaunda internationalen Flughafen begleitet hatten. Kurz darauf checkte ich ein und war so glücklich. Mein Flugzeug kam an und bald wurden wir an Bord gelassen. Es war toll, und ich hatte einen Fensterplatz: ich sah die Lichter von Lusaka, die zu kleinen glühenden Bällen schrumpften.

Wir blieben nicht lange in der Luft und landeten zu einem kurzen Zwischenstopp in Simbabwe. Bald schon waren wir auf unserem weiteren Weg in Richtung Kenia.

Am frühen Morgen des 4. August erreichten wir Nairobi, und ich musste umsteigen. Das war auch kein Problem und so ging es weiter nach Amsterdam, ein sehr langer Flug und ich wurde vom langen Sitzen müde. Erst nach 8 Stunden kamen wir dort an mit ein wenig Verspätung. Ich hatte nur 50 Minuten zum Umsteigen und hatte Angst, das nächste Flugzeug zu verpassen. Amsterdam hat einen riesigen Flugplatz. Aber ich verstand schnell die Wegweiser und schaffte 3 Minuten vor dem Einchecken am Terminal zu sein. Ein Bus brachte uns bis ans Flugzeug und dann ging es weiter nach Düsseldorf.

Wir landeten um 17.40h und mein Gepäck kam sehr schnell. Ich ging ängstlich hinaus zu der Stelle, wo sehr viele Leute auf die Ankommenden warteten. Viele hatten Schilder mit dem Namen derjenigen, auf die sie warteten. Aber niemand hatte meinen Namen auf irgendeinem Stück Papier, ich ging überall herum, aber da war wirklich niemand für mich. Ich konnte es nicht glauben. Ich wartete noch eine halbe Stunde und dachte auch, dass ich vielleicht am falschen Ort war.

daniel-und-nicole2Ich begann zu zweifeln und versuchte zu telefonieren mit denen, die mich abholen sollten, aber das klappte leider nicht. Nach 40 Minuten kam endlich eine sms von Irmela, dass sie in einem Zug fest hing. Mein Herz wurde wieder ruhig, ich war also an der richtigen Stelle. Nach fast einer Stunde Wartezeit kam dann Nicole an, um mich abzuholen. Ich war sehr glücklich, dass jemand Bekannter bei mir war in einem fremden Land. Ich hörte dann auch, dass Helen und Irmela, die mich abholen sollten, aus einem Zug mit defekter Lok von der Feuerwehr evakuiert werden mussten.

Nicole und ich fuhren mit dem Zug nach Düren, wo Edith Kemmer schon auf uns wartete. Bei ihr wohne ich im August. Das war wirklich eine große und schöne Erfahrung für meinen ersten Flug.

Bisher habe ich schon viel in und um Düren herum gesehen: die Annakirmes, Nideggen, Merzenich, Euskirchen. Ich fuhr auch nach Köln und Aachen, Städte mit gut erhaltenen alten  Plätzen.

Ich liebe das Essen hier. Bisher ist alles eine große und neue Erfahrung für mich, und ich lerne weiter Deutsch.

Daniel Nanja