{"id":722,"date":"2019-08-08T12:02:46","date_gmt":"2019-08-08T10:02:46","guid":{"rendered":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/?page_id=722"},"modified":"2020-05-11T16:53:03","modified_gmt":"2020-05-11T14:53:03","slug":"naomie-in-sambia","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/naomie-in-sambia\/","title":{"rendered":"Naomie in Sambia"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Goodbye 2019 and Hello 2020<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Goodbye 2019 <\/strong><br>Der letzte Monat des Jahres war in vielerlei Hinsicht anders als sonst. Vor allem war er aber warm. Alle in der Kirche fieberten auf Weihnachten zu, jeder bereitete etwas vor. Die Kinder bereiteten ein Theaterst\u00fcck vor und die Jugendlichen \u00fcbten Lieder ein, die sie an den Weihnachtstagen singen w\u00fcrden. Und ich war mittendrin, verwirrt \u00fcber das warme Wetter an Weihnachten, dar\u00fcber keinen Tannenbaum zu sehen und emotional, weil ich nicht bei meiner Familie sein konnte. Dennoch fand ich irgendwie meinen Platz in dem ganzen Getummel und half Sister Charleen bei der Arbeit. Ich half ihr beim Dekorieren und Anfertigen der Kulisse f\u00fcr das Theaterst\u00fcck und f\u00fcr die Krippe. Durch das Mitwirken und Helfen f\u00fchlte ich mich als ein Teil der Gemeinschaft und des Festes. Meine Schwestern konnten es kaum erwarten, dass bald Weihnachten sein w\u00fcrde. Sie erkl\u00e4rten mir oft, wie Weihnachten bei ihnen ist. Und sie waren neugierig, wie es wohl in Deutschland ist. An Heiligabend war das Kirchenprogramm gar nicht viel anders als in Deutschland unter Christen. Wir warteten, bis es dunkel war, und gingen dann zur Kirche los- Da war es ungef\u00e4hr 18:30 Uhr. Die Kirche war mit vielen Kerzen beleuchtet und bekam dadurch eine leichte romantische Atmosph\u00e4re: das war f\u00fcr mich wohl das Sch\u00f6nste an dem Weihnachtsfest. Ich war die Weihnachtstage mit meinen Gedanken woanders und vermisste meine Familie doch etwas sehr. Mehr als ich dachte. Denn durch das f\u00fcr mich ungewohnte warme Wetter zu dieser Jahreszeit und durch die fehlenden Weihnachtsrituale, die ich von meiner Familie aus Deutschland kenne und gewohnt bin, kam ich nicht wirklich in Weihnachtsstimmung. Das war etwas schade &#8211; ein komisches Gef\u00fchl vor allem. Dennoch war es eine tolle Erfahrung, Weihnachten einmal anders zu erleben und zu merken, was ich denn wirklich an den Tagen brauche, worauf ich verzichten kann und worauf halt eben nicht. Es war sch\u00f6n zu sehen, wie Menschen auf einem anderen Teil der Welt Weihnachten verstehen, es definieren und vor allem feiern. Es gibt ja bekanntlich immer zwei Seiten der Medaille und beide haben meine Gedankenwelt neu erf\u00fcllt. <\/p>\n\n\n\n<p>Weihnachten\nwar nun seit ein paar Tagen ausgeklungen und alle bereiteten sich auf das neue\nJahr vor. Die Kirche, meine Familie und ich. Hatte ich die Tage zuvor ein wenig\n\u201egestruggelt\u201c, so freute ich mich nun doch auf das neue Jahr. Der letzte Tag\ndes Jahres war ebenso ein Kirchentag, diesmal nur etwas anders als an\nWeihnachten. An Silvester bleiben viele Menschen nach der Messe in der Kirche\nund beten bis zum fr\u00fchen Morgen, wenn die Sonne aufgeht. Das war erst einmal\nsehr neu f\u00fcr mich, aber so viel anders als ich \u00fcblicherweise Silvester feiere,\nist es doch nicht. Ich bete zwar gew\u00f6hnlich nicht bis morgens, aber ich tanze.\nUnsere Eltern stellten uns frei, ob wir in der Kirche bleiben wollten oder\nnicht. Zwei meiner Schwestern blieben dort mit anderen Gleichaltrigen, ich\nentschied mich, mit nach Hause zu fahren. Denn ich wollte mir die Option frei\nhalten, schlafen zu gehen, wenn ich das wollte. Es war n\u00e4mlich nicht erlaubt,\nan Silvester in der Kirche zu schlafen. Meine Gasteltern und meine anderen\nGeschwister gingen ungef\u00e4hr um 22 Uhr schlafen und so ging ich dann auch in\nmein Zimmer. Ich machte es mir gem\u00fctlich, telefonierte mit meinen Lieben,\nschaute einen Film, h\u00f6rte Musik, reflektierte das Jahr und schrieb in mein Buch,\nwas ich mir f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr w\u00fcnschen w\u00fcrde. Ich betrieb \u201eselfcare\u201c, so\nw\u00fcrde man das heutzutage wohl sagen. Das mag f\u00fcr den einen oder anderen einsam\nklingen, f\u00fcr mich jedoch war es eine sehr sch\u00f6ne und sehr einzigartige\nErfahrung, denn ich werde wohl nie wieder in meinem Leben alleine Silvester\nfeiern. So war das eine interessante und sch\u00f6ne Erfahrung, die mir viel hat geben\nk\u00f6nnen. Alles in allem bin ich doch sehr dankbar f\u00fcr die bis dahin gemachten\nErfahrungen. Sie haben mich nicht nur bereichert, sondern auch st\u00e4rker gemacht\nund ich konnte mich dadurch wieder ein St\u00fcckweit weiterentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/03_Naomie_Happy-New-Year.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-791\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Hello\n2020 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anfang\nJanuar genoss ich die restliche Zeit mit meinen Schwestern, ehe sie wieder zur\nSchule mussten und ich mich auf den Weg nach Tansania zu einem Seminar machte.\nWie sonst auch verbrachten wir die Zeit damit spazieren zu gehen, zu kochen, zu\ntanzen und uns Stories zu erz\u00e4hlen. Nebenbei bereitete ich mich ein wenig auf\ndas Seminar und den Urlaub, den ich anschlie\u00dfend machen wollte, vor. Mein Flug\nging einen Tag vor dem Seminar nach Dar es Salaam. Ich kam abends am Flughafen\nin der riesigen Stadt an. Ich war ziemlich aufgeregt, da ich alleine unterwegs\nwar. Die Sonne war schon fast verschwunden und es wurde immer dunkler. Aber alles\nging gut und ich traf auf andere Freiwillige, mit denen ich mich verabredet\nhatte. Wir trafen uns in einer Lodge an der K\u00fcste von Dar es Salaam. Auf dem\nWeg dorthin unterhielt ich mich sehr gut mit einem Einheimischen aus Tansania,\nmeinem Uber-Fahrer. Ich war anfangs noch sehr aufgeregt und \u00fcberfordert von\ndieser gro\u00dfen, auch zu dieser Tageszeit immer noch vollen und besch\u00e4ftigten\nStadt. Meine Blicke wanderten \u00fcberall hin. Vor allem zu den Menschen, die ihre\nverschiedenen Religionen und Kulturen nach au\u00dfen trugen, aber dennoch gleichzeitig\nauch eine Kultur teilten. Ich fragte meinen Uber-Fahrer danach. Er sagte mir,\nin Dar es Salaam lebten viele verschiedene Kulturen und Religionen in Frieden\nzusammen und man akzeptiere die Religion der anderen ohne Hass oder Ablehnung.\nDas sah man auch am Stadtbild: die Menschen liefen und lebten neben-, mit- und\nuntereinander. Mir fielen aber auch die hohen Geb\u00e4ude auf. Die Architektur in\nDar es Salaam war sehr interessant und durchmischt. Vor allem der Mix, der sich\nnicht nur in der Bev\u00f6lkerung widerspiegelt, sondern auch in der Architektur.\nDas Stadtbild ist von vielen orientalischen und indischen Ornamenten gepr\u00e4gt, was\nman vor allem an den Fenstergittern und W\u00e4nden sieht. Neben diesen Geb\u00e4uden\ngibt es sehr moderne, riesige Geb\u00e4ude, die keinem wirklichen Stil folgen, sie\ngehen in alle erdenklichen Richtungen. Aber der Mix aus Tradition, Kultur und\nModerne macht die Stadt eben aus. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/07_Naomie_Zugfahrt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-792\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das\nSeminar war sehr lehrreich, vielseitig, anstrengend, sehr sch\u00f6n und hilfreich.\nDurch das Seminar konnte ich tolle neue Menschen kennenlernen, neue Geschichten\nund \u00e4hnliche h\u00f6ren, aber auch von ganz anderen Erfahrungen. Es war sch\u00f6n, sich\nendlich einmal \u00fcber das Erlebte austauschen zu k\u00f6nnen. Wir kamen in einem\nKloster, etwas entfernt von der Stadtmitte, unter. Die Menschen waren sehr nett\nund die Umgebung sehr sch\u00f6n und erholsam. Insgesamt waren wir 16 Freiwillige.\nAuch sch\u00f6n war, dass ich nicht die einzige \u00fcber 25 Jahre war, sondern noch zwei\nandere im gleichen Alter da waren. Wir verstanden uns alle sehr gut und tranken\nabends nach dem Seminar oft noch ein Bierchen, spielten Spiele, lernten uns\nkennen und tauschten uns \u00fcber vieles aus. Wir behandelten einige interessante\nThemen, wie zum Beispiel Interkulturalit\u00e4t, Rassismus und das Wei\u00df sein sowie\ndie damit einhergehenden wei\u00dfen Privilegien, die man vor allem im Freiwilligendienst\nzu sp\u00fcren bekommt, und wie man damit umgehen kann. Die Seminarwoche war sehr\npr\u00e4gend f\u00fcr mich: nicht nur zum Reflektieren, sondern auch weil ich jetzt wei\u00df,\nwas ich, wenn ich in Deutschland bin, machen m\u00f6chte. Ich m\u00f6chte\nAufkl\u00e4rungsarbeit leisten in den Bereichen Rassismus, Kolonialismus,\nIntegration und Gleichberechtigung. Ich habe in dem Seminar noch einmal ganz\nklar gelernt, dass ich durch meine Interkulturalit\u00e4t nicht ZWISCHEN zwei\nSt\u00fchlen sitze, sondern AUF zwei St\u00fchlen sitze. Das ist mein Vorteil, damit bin\nich geboren und daraus m\u00f6chte ich das Beste machen. Denn vor allem hier in\nSambia ist mir aufgefallen, dass ich weder schwarz noch wei\u00df bin. In\nDeutschland gelte ich als schwarze Frau, hier in Sambia jedoch als wei\u00dfe Frau.\nDas hatte mir, was meine Identit\u00e4t angeht, in den letzten Monaten einige\nKopfschmerzen bereitet. Doch jetzt kann ich es akzeptieren und sehe darin eher\neinen Vorteil als einen Nachteil. Zudem hat sich mein Wunsch, mit Kindern und\nJugendlichen im Bereich Sozialarbeit zu arbeiten, ebenfalls verst\u00e4rkt. Das\nSeminar war demnach erfolgreich und wir hatten wirklich tolle Teamer, die mir\nWichtiges mit auf den Weg gegeben haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Das\nUntereinander mit den anderen Freiwilligen war sehr spa\u00dfig und ich habe einige\ntolle Menschen kennengelernt, die ich gern in Deutschland besuchen m\u00f6chte. Mit\nwieder anderen ging es dann f\u00fcr mich weiter nach Sansibar. Ich reiste mit\nSilvan, Andreas und 5 anderen gemeinsam nach Sansibar bzw.&nbsp; Stone Town. Nach einem leckeren Pizzastop\ntrennten sich dann unsere Wege. Ich blieb mit Silvan und Andreas in Stone Town.\nDort machten wir eine Spicetour und schauten uns an, welche Gew\u00fcrze in Sansibar\nangebaut und verkauft werden. Wir entdeckten gemeinsam die verschiedenen Gassen\nund M\u00e4rkte dort, ehe uns Silvan dann verlie\u00df und auch weiterreiste. Andreas und\nich blieben in Stone Town und lernten dort einige interessante Charaktere aus\nden verschiedensten Ecken der Welt kennen. Das Hostelleben war spannend und\nerholsam und gefiel mir sehr. Nach acht Tagen ging es dann wieder zur\u00fcck nach\nSambia, a\uff5eber nicht mit dem Flugzeug,\nsondern mit dem Zug! Ich hatte schon immer davon getr\u00e4umt, eine Zugreise zu\nmachen: diese dauerte fast 3 Tage. Zusammen mit Paula, Silvan, Cara, Patricia,\nAnna und Andreas fuhren wir mit dem Zug zur\u00fcck nach Sambia. Im Zug hatten wir\n4er-Abteile f\u00fcr uns. Ich teilte mir das Abteil gemeinsam mit Paula, Silvan und\nAnna. Auf engstem Raum fuhren wir von Dar es Salaam aus nach Kapiri Mposhi in Sambia.\nAuf der Fahrt durchfuhren wir eine wundersch\u00f6n gr\u00fcne Landschaft, die von weiten\nBergen umgeben war. Und auch Menschen begegneten uns auf unserer Fahrt, die wir\nmit Winken begr\u00fc\u00dften. Jetzt bin ich wieder im sch\u00f6nen Monze und ganz sch\u00f6n froh\nwieder da zu sein. Die Reise und kurze Auszeit hat mir gut getan und mich f\u00fcr\nden zweiten Teil meines Freiwilligendienstes vorbereitet. <br>\n<br>\nBis bald und Gr\u00fc\u00dfe aus Monze, Naomie<br>\n<br>\nNaomie Rothkamp<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mein Alltag und mein Leben in Monze<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kuyeya<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr\nmich sind nun schon die ersten Monate vergangen und zum ersten Mal kann ich f\u00fcr\nmich behaupten: Ich bin so langsam angekommen. Die ersten zwei Monate in der\nFamilie waren Neuland, sowohl f\u00fcr mich als auch f\u00fcr meine Gastfamilie. \u00dcber\nWochen tasteten wir uns aneinander an: kulturell, menschlich und emotional. Ich\nf\u00fchlte mich zwar von Anfang an sehr wohl in meiner Gastfamilie. Dennoch gab es\neinige Herausforderungen: kulturell, menschlich sowie emotional. Alles was auf\nmich zu kam, war eine Reiz\u00fcberflutung. Denn alles war neu, alles war anders und\nungewohnt. Bis ich meinen Platz in Familie, Kirche und Arbeit fand, verging\nviel Zeit. F\u00fcr mich war alles eine Herausforderung. Tag und Nacht dachte ich\ndar\u00fcber nach, ob und wie ich meinen Platz hier finden kann, wie das Leben hier\nf\u00fcr mich einfacher wird. Ich trage bis heute innere Konflikte aus, aber ich\nhabe auch gelernt, dass das normal ist. Ich befinde mich weit weg von allem\nGewohnten und es ver\u00e4ndert sich viel: in mir und um mich herum. Das zu\nakzeptieren und gleichzeitig den richtigen Umgang mit dieser Ver\u00e4nderung zu\nfinden, f\u00fchrt eben manchmal zu Konflikten. Das Sch\u00f6ne ist, dass es f\u00fcr alles\neine L\u00f6sung gibt, die gar nicht so weit von einem entfernt ist. Ich habe\ngelernt, mir Zeit zu geben, Situationen zu akzeptieren, aber auch meine eigenen\nBed\u00fcrfnisse und Gef\u00fchle nicht hintenan zu stellen. Jeden Tag stelle ich mich\nneuen Aufgaben und jeden Tag lerne ich mindestens eine neue Sache dazu: \u00fcber\nmich, \u00fcber die Menschen und \u00fcber meine Umgebung. Kuyeya hei\u00dft auf Tonga\nGedanken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"600\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/02_Naomie_2_Ich-und-meine-Schwester.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-758\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Nkwachi<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie\nschon erz\u00e4hlt, habe ich mich mit meiner Familie sofort verstanden. Denn so viel\nanders als meine Gastgeschwister aufwachsen, bin ich auch nicht aufgewachsen.\nMeine Gasteltern sind beide berufst\u00e4tig und den ganzen Tag unterwegs. Meine\nGeschwister und ich k\u00fcmmern uns ums Kochen und den Haushalt. Die Kinder hier\nlernen fr\u00fch, Arbeit zu \u00fcbernehmen, zu kochen, ihre eigene W\u00e4sche zu waschen, zu\nputzen und einkaufen zu gehen. So bin ich auch aufgewachsen. Das gab mir direkt\nein Gef\u00fchl von Zuhause. Meine Gasteltern sind verst\u00e4ndnisvoll, kommunikativ und\nhilfsbereit. Daf\u00fcr bin ich sehr dankbar. Sie geben mir die n\u00f6tige Freiheit, die\nich brauche, und das n\u00f6tige Verst\u00e4ndnis. Denn als 25-j\u00e4hrige Freiwillige\nbrauche ich auch Zeit f\u00fcr mich und bin eben auch kein Kind mehr. Durch meine\nSchwestern lernte ich schnell die Umgebung kennen sowie das Kochen und Waschen\nmeiner W\u00e4sche. Mittlerweile ist es normal und Alltag geworden. Mein Platz als\ngro\u00dfe Schwester habe ich nun eingenommen. Ich verbringe sehr gerne Zeit mit\nmeinen Geschwistern und koche mit ihnen. Auch das erinnert mich an meine\nFamilie in Deutschland. Wenn die Ferien hier um sind, werden die zwei \u00e4ltesten\nM\u00e4dels auf eine Boarding School (eine Art Internat) gehen. Meine drei kleinen\nGeschwister bleiben mit mir in Monze. Ich tausche mich mit meiner Familie viel\n\u00fcber Kultur aus. Sie zeigen mir ihre Kultur und ich zeige ihnen meine Kultur,\nmeist durchs Kochen. Ich backe und koche sehr gerne und da mir das deutsche\nEssen nun doch fehlt, werde ich hier mit den Zutaten, die ich finde, kreativ\nund koche f\u00fcr meine Familie. Ich habe bereits Pfannekuchen, Bratkartoffeln,\nW\u00fcrstchen und Salat gemacht, Schokoladenkuchen gebacken und Rote Beete eingelegt.\nIch muss ehrlich zugeben, dass es mir nach meinem Studium und nach fast 4\nJahren alleine wohnen, anfangs schwer viel, wieder so zu leben wie in meiner\nJugend, da ich diese ja eigentlich schon hinter mich gebracht habe. Ich bin es\neigentlich gewohnt, alles alleine zu entscheiden, meinen eigenen Haushalt zu\nf\u00fchren und zu kommen und zu gehen, wann ich will. Aber man gew\u00f6hnt sich, Gott\nsei Dank, auch schnell an die Situation und f\u00fcr das Jahr ist es f\u00fcr mich auch\nvollkommen in Ordnung so zu leben. Ich genie\u00dfe es auch, als gro\u00dfe Schwester in\nder Familie zu leben und f\u00fcr meine Geschwister da zu sein. Mein kleiner Bruder\nChile ist der mit Abstand lustigste kleine Junge auf dieser Welt. Er bringt\nmich immer zum Lachen, lernt unheimlich schnell und das Sch\u00f6nste: wir verstehen\nuns auch ohne viele Worte. Er versteht zwar etwas Englisch, aber er spricht es\nnicht. So haben wir beide aber die Chance voneinander zu lernen. Meine\nGasteltern bem\u00fchen sich wirklich sehr und helfen mir viel. Ich kann aber auch\nmit beiden interessante Gespr\u00e4che f\u00fchren und wir tauschen uns oft \u00fcber unsere\nKulturen aus. Sie sind sehr interessiert an Deutschland und seiner Kultur. Tja,\nwas soll ich noch gro\u00df dazu sagen: Mir geht es hier in der Familie wirklich\nsehr gut und bisher lief auch alles gut. Ich verstehe mich gut mit meinen\nGeschwistern und ich muss mich nicht fremd oder komisch f\u00fchlen. Nkwachi hei\u00dft\nauf Tonga Familie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kubeleka<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe mich von Anfang an f\u00fcr die Arbeit mit Kindern interessiert und so kam es,\ndass ich in der Schule unserer Kirchengemeinde anfangen konnte. Seit September\narbeite ich nun in der The Lady of Our Wayside Manungu Pre-School. Es gibt\ninsgesamt zwei Klassen: die Babyklasse f\u00fcr die Kleinen und die\nVorschulkinderklasse f\u00fcr die Gro\u00dfen, und jeweils zwei Klassenlehrerinnen. Am\nAnfang bin ich abwechselnd in die Klassen gegangen, um mir die Arbeit der\nLehrerinnen anzuschauen und um die Kinder erst einmal kennenzulernen. Dabei\nhabe ich den Kindern zu Beginn jeden Tag etwas an die Tafel gemalt, wie z.B.\neine Blume, eine Sonne etc. Und die Kinder durften das dann selber an der Tafel\nanmalen und in ihren Heften ausmalen. Mit den Kindern habe ich mich sofort\nverstanden. Wenn auch manche von Ihnen am Anfang sehr sch\u00fcchtern waren, so\nbegannen sie, mich von Tag zu Tag mehr zu m\u00f6gen und ich sie. Die Kinder sind\nsehr witzig und sie haben eine Menge zu erz\u00e4hlen. Bis heute fragen sie mich\ntausend L\u00f6cher in den Bauch. Bisher habe ich &#8211; zum Gl\u00fcck &#8211; auch immer eine\nAntwort gehabt. Die Lehrerinnen sind ganz okay. Am liebsten mag ich aber Sister\nCharleen. Sie ist f\u00fcr die Schule in der Gemeinde zust\u00e4ndig und macht\nHausbesuche bei den alten Menschen der Kirchengemeinde. Sie steht mir bei\nFragen immer zur Seite und hilft mir auch bei Konflikten, die hier und da in der\nSchule auftauchen. Sie ist sehr verst\u00e4ndnisvoll und lustig. Ich verbringe gerne\nZeit mit ihr. Das Schulsystem hier \u2013 ich muss dazu sagen, dass ich nur auf das\nSystem dieser Schule eingehen kann &#8211; ist sehr anders als in Deutschland. Und\nich muss zugeben, dass ich am Anfang schon sehr \u00fcberrascht war, wie sie die\nKinder erziehen und f\u00fcr die Schule vorbereiten. Aber man gew\u00f6hnt sich daran.\nIch m\u00f6chte damit nicht ansatzweise sagen, dass die Methoden schlecht sind. Sie\nsind einfach nur anders, als wie wir sie aus Deutschland kennen. Die Kinder\nhier lernen aber durch diese Methode etwas langsamer als in Deutschland. Deshalb\ngebe ich den Kindern sehr gerne in Mathematik Nachhilfe und gebe ihnen auch Einzelunterricht.\nDie Kinder haben immer die M\u00f6glichkeit, auf mich zur\u00fcck zu greifen. Das Ganze\nmache ich zwar sehr intuitiv, aber ich habe schon einige Erfolge erzielen\nk\u00f6nnen. Kinder, die am Anfang sehr langsam waren, sind mittlerweile richtig gut\nin der Schule. Auch mag ich es, die Kinder zu motivieren und sie f\u00fcr ihre\nArbeit zu loben. Sie bekommen ein Highfive, ein L\u00e4cheln und eine Umarmung und dazu\nein \u201eDas hast du wirklich gut gemacht\u201c. Wenn die Kinder dann l\u00e4cheln und stolz\nsind, freue ich mich sehr dar\u00fcber. Die Kinder lernen schon im fr\u00fchen Alter das\nZ\u00e4hlen, Schreiben und Rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p>In\ndem Alter, in dem wir in den Kindergarten gehen und malen, spielen und lernen,\nwie wir unseren Namen schreiben, werden die Kinder hier inhaltlich schon sehr\nstark auf die Schule vorbereitet. Da die Kinder noch sehr jung sind, dauert das\nLernen hier dann einfach etwas l\u00e4nger. Die Vorschulkinder hingegen sind schon\ngut vorbereitet, auch wenn unter ihnen ein paar sind, die noch viel Hilfe\nbrauchen. Aber da kann ich ihnen dann bis zur Einschulung zur Hilfe gehen. Am\nliebsten mache ich Mathematik und Kunst mit ihnen. Die Kinder sind alle sehr\naktiv und laufen in der Pause viel herum und spielen &#8211; auch bei 40 Grad.\nMittlerweile \u00fcbernehme ich auch schon ganze Unterrichtsstunden und ich habe\nebenfalls auch schon ganzt\u00e4gig die Klasse unterrichtet. Ein Konflikt dabei ist\nzum Beispiel manchmal, dass die Lehrerin mich ganz alleine mit den Kindern\nl\u00e4sst und ich schnell mit der Situation \u00fcberfordert bin. Da sind meine\nKompetenzen doch sehr schnell \u00fcberschritten und das finde ich dann nicht so gut.\nTrotz alledem, jeden Morgen, wenn ich das Kirchengel\u00e4nde betrete, laufen die\nKinder auf mich zu und rufen: \u201eTeacher Naomie! Teacher Naomie!\u201c. Ihr k\u00f6nnt euch\nnicht vorstellen, was f\u00fcr ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl das ist: Die Kinder geben einem\nsehr viel Liebe und wertsch\u00e4tzen deine Arbeit. Alles in allem, trotz der\nKonflikte, die die Arbeit und die Menschen auch mit sich bringen, macht es mir\nsehr viel Spa\u00df und f\u00fcr die Kinder mache ich diesen Job sehr gerne. Ich denke,\nich werde die T\u00e4tigkeit in der Schule bis zum Ende meines FSJ weiterf\u00fchren.\nKubeleka hei\u00dft auf Tonga Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"600\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/02_Naomie_4_mit-den-Kindern.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-761\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Kucikombele<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nMenschen in Sambia sind zum gro\u00dfen Teil sehr christlich gepr\u00e4gt und leben\ndiesen Glauben auch sehr stark. Jeden Abend vor dem Schlafen und vor dem Essen\nwird gebetet. Jeden Samstag- und Sonntagmorgen gehen wir in die Kirche. Hier in\nSambia gibt es unheimlich viele verschiedene Kirchen und christlich gepr\u00e4gte\nAusrichtungen des Glaubens. Die Kirchen sehen dabei manchmal aus wie normale\nH\u00e4user oder sind gerade erst im Aufbau. Die Menschen verbringen sehr viel Zeit\nin der Kirche und mit ihrem Glauben. Auch ihr Sozialleben findet dort statt.\nFreunde und Mitmenschen kennt man aus der Kirchengemeinde und trifft man in der\nKirchengemeinde. Auch werden die Kirchenaktivit\u00e4ten von den Mitgliedern geplant\nund umgesetzt. Es gibt verschiedene Gruppen, die den verschiedenen Compounds\n(Vierteln) zugeordnet sind, die w\u00f6chentlich die Kirche und das Gel\u00e4nde s\u00e4ubern\nund pflegen. Im und um das Gel\u00e4nde gibt es Arbeiter, die alles im Gang halten.\nDie Menschen in der Kirchengemeinde sind unterschiedlich, aber alle sehr nett.\nAm liebsten mag ich die alten Menschen dort und ich unterhalte mich auch sehr\ngerne mit ihnen. Sie lachen immer so herzlich und freuen sich, wenn ich sie auf\nTonga begr\u00fc\u00dfe. Genauso wie die Kinder sind die alten Menschen sehr herzlich.\nDie Menschen f\u00fcllen ihren Glauben mit Singen und Tanzen, was ich sehr sch\u00f6n\nfinde und was mich bis heute jedes Mal umhaut, wenn ich die Massen singen h\u00f6re.\nF\u00fcr mich ist die Welt des christlichen Glaubens zwar nicht fremd. Doch muss ich\nsagen, dass er nicht mein Glaube ist und dass ich mich am Anfang doch erst an\ndie starke Pr\u00e4senz des Glaubens im Leben der Menschen gew\u00f6hnen musste. Dennoch\nfinde ich es super interessant und ich lerne viel dazu. Der Glaube geh\u00f6rt zur\nKultur Sambias dazu und ist nun auch ein Jahr lang Teil meines Lebens und ich\nbekomme jeden Tag interessante Einblicke. Schon in jungen Jahren gehen die\nKinder zum Bibelunterricht. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekommen\nihre eigenen Aufgaben und singen im Chor, machen Poetry und Theater und\norganisieren ihre eigenen Events. Ich finde es toll zu sehen, wie viel Freiheit\ndie Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben, ihre Kirchenaktivit\u00e4ten zu gestalten\nund mit zu formen. Ab und zu singe ich mit den Jugendlichen und jungen\nErwachsenen im Chor mit. Jedoch ist es oft sehr schwer f\u00fcr mich mit zu singen,\nda ich die Texte oder die Sprache nicht beherrsche und es leider selten\nLiedertexte gibt. Sonntag mittags treffe ich mich mit den Chormitgliedern in\nder Kirche und verbringe Zeit mit Ihnen. Die Jugendlichen und jungen\nErwachsenen m\u00f6gen es sehr zu tanzen und haben eine fr\u00f6hliche und sehr aktive\nNatur. Kucikombele hei\u00dft auf Tonga Kirche.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/02_Naomie_10_Pilgerfahrt-mit-der-Kirche.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-762\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/02_Naomie_10_Pilgerfahrt-mit-der-Kirche.jpg 1000w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/02_Naomie_10_Pilgerfahrt-mit-der-Kirche-744x496.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/02_Naomie_10_Pilgerfahrt-mit-der-Kirche-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Mumwu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als\nich hier ankam, war es noch recht k\u00fchl und in Sambia war gerade Winterzeit.\nNach drei Monaten \u00e4nderte sich das Wetter jedoch. Eine sehr hei\u00dfe und trockene\nJahreszeit begann: &nbsp;der Sommer. Der\nSommer hier in Sambia ist hei\u00df, sehr hei\u00df! Ich glaube, ich habe in meinem Leben\nnoch nie so viel geschwitzt. Manchmal hatte ich sogar k\u00f6rperliche Probleme wie\nstarke Kopfschmerzen oder Nasenbluten. Ich empfand die Sommerzeit hier als sehr\nanstrengend und unangenehm, da es an sehr hei\u00dfen Tagen bis zu 45-47 Grad waren\nund nachts 36 Grad. Nun ist die Sommerzeit aber vorbei und die Regenzeit hat\nbegonnen. Juhu! Die Sonne versteckt sich nun hinter den Wolken und es hat hier schon\nrichtig viel geregnet und die Umgebung ver\u00e4ndert sich so langsam. Auch die\nFauna ver\u00e4ndert sich: \u00dcberall fliegen Insekten herum und die Menschen sammeln\nund essen sogar eine Sorte von Insekten. Ich werde eventuell auch mal eines\ndavon probieren, aber nur eventuell. Die Temperaturen sind hier in Sambia mittlerweile\nwieder angenehm. Und ich hoffe, dass es dieses Jahr viel regnen wird, so dass\ndie Bauer und Menschen genug Wasser haben, um Gem\u00fcse anzubauen, und genug\nWasser f\u00fcr ihre Tiere haben. Wetter auf Tonga hei\u00dft Mumwu.<\/p>\n\n\n\n<p>So,\ndas war&#8217;s erst einmal von mir. Gr\u00fc\u00dfe aus dem sch\u00f6nen Monze, Naomie.<\/p>\n\n\n\n<p>(Naomie Rothkamp)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\"><strong>Von Lusaka nach Mazabuka, meine ersten Tage in Sambia<br> <\/strong>Hoch \u00fcber den Wolken von Sambia bekam ich schon eine erste Ahnung davon, was mich geografisch erwarten w\u00fcrde. Was mir zuerst auffiel: die Landschaften sind sehr weit und sie haben andere Farben, als meine Augen es gewohnt sind. Als ich aus dem Flugzeug ausstieg, umarmte mich ein angenehm warmes Klima. Das \u00fcberraschte mich, denn ich hatte mit Hitze gerechnet. <br> Im Flughafengeb\u00e4ude kam ich dann mit einem jungen Mann und einer \u00e4lteren Dame, seiner Mutter, ins Gespr\u00e4ch. Beide kommen eigentlich aus Malawi, verbringen aber sehr viel Zeit in Sambia. Die beiden erz\u00e4hlten mir, wie sch\u00f6n es hier sei und dass ich Gl\u00fcck habe, so ein sch\u00f6nes Land kennenzulernen. Das Gespr\u00e4ch war ein sehr sch\u00f6nes Gespr\u00e4ch. <br> <br> Die anschlie\u00dfende Fahrt von Lusaka nach Mazabuka war aufregend und lang. Der Fahrer hatte eine weite Strecke zur\u00fcckzulegen. Der Boden in Sambia ist \u00fcberwiegend sandig. Der Asphalt auf der Strecke wiederum hat viele Schlagl\u00f6cher, weshalb der Fahrer einiges zu tun hatte, ihnen auszuweichen &#8211; auch bei z\u00fcgigem Tempo. \u00dcber diesen Fahrstil war ich einerseits ziemlich erstaunt, andererseits ich fand ich es sehr aufregend und am\u00fcsant. Auch hatte ich keine Sorge oder Angst, denn die Einheimischen kennen ihre Stra\u00dfen und wissen, was sie tun. W\u00e4hrend der langen Fahrt konnte ich schon einige Eindr\u00fccke von Sambia gewinnen, wie zum Beispiel Land, Leute, Landschaften, Obstb\u00e4ume, Frauen, die Obst und Gem\u00fcse verkauften, meinen ersten Sonnenuntergang und den wundersch\u00f6nen Sternenhimmel \u00fcber Sambia.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"607\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/03_-Sister-Crisencia-und-Naomie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-741\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nun bin ich schon ein paar Tage (genauer: drei\nTage) hier und fange an, mich so langsam an alles zu gew\u00f6hnen. Es ist schwer,\nso weit weg von allem Gewohnten zu sein. Doch mir ist es wichtig, aus meiner\nKomfortzone herauszutreten und mich weiterzuentwickeln. Und auch hier wird\nalles mit der Zeit zur Gewohnheit werden, da bin ich mir sicher. <br>\n<br>\nDie ersten 10 Tage werde ich im Haus der Sisters of the Holy Spirit unter der Anleitung\nvon Sister Chrisencia verbringen. Von ihr wurde ich hier auch empfangen. Sie\nund die anderen Sisters begleiteten mich durch die ersten Tage. Ich war auch schon\nin der Stadt: \u00fcberall sind Menschen, die mich anschauen und genauso neu wie ich\nihnen erscheine, so neu erscheinen sie mir und auch ich blicke neugierig zu den\nMenschen. In den L\u00e4den und auf der Stra\u00dfe ist viel los und \u00fcberall h\u00f6rt man\nMusik. Die Menschen scheinen hier gerne und sehr viel zu lachen. Und auch\nGeschichten scheinen sie sich gerne zu erz\u00e4hlen. Es ist sch\u00f6n zu sehen, dass\ndie Menschen sich hier gegenseitig gr\u00fc\u00dfen und miteinander reden, egal ob sie\nsich kennen oder nicht. Auch mir gegen\u00fcber sind sie sehr nett und fragen\nneugierig, woher ich komme. <br>\n<br>\nAn einem Tag bin ich mit Sister Chrisencia von Mazabuka aus nach Monze gefahren:\nin meine zuk\u00fcnftige Heimat. So konnte ich bereits meine Familie kennenlernen\nund mir das Haus, in dem ich wohnen werde, anschauen. Das war sehr aufregend.\nDennoch war ich in dieser Situation sehr verhalten und sch\u00fcchtern, da so viel Neues\nauf mich zukam und ich die ganzen vorangegangenen Eindr\u00fccke noch nicht verarbeitet\nhatte. Das war aber gar nicht schlimm, denn auch auf der anderen Seite, also seitens\nmeiner Gastfamilie, verhielten sich meine Geschwister und auch mein Vater noch\nzur\u00fcckhaltend. Meine zuk\u00fcnftige Mutter konnte ich leider noch nicht\nkennenlernen, da sie arbeiten war. <br>\n<br>\nZur\u00fcck in Mazabuka lerne ich nun weiter, mich der Kultur anzupassen und mich\nlangsam an alles zu gew\u00f6hnen. Auch die regionale Sprache der Einheimischen,\ngenannt Tonga, lerne ich hier. Daf\u00fcr kommt fast jeden Tag eine Lehrerin zu mir:\ndie Gastmutter von Alisha, die vorletztes Jahr (2017\/2018) ihr FSJ hier gemacht\nhat. Tonga ist, wenn man es von Einheimischen gesprochen h\u00f6rt, sehr schwer zu\nverstehen. Zumindest f\u00fcr mich. Daher schreibt mir die Lehrerin alles auf ein\nBlatt Papier und ich gehe alles mit ihr durch. Die Sprache ist sehr interessant\nund es macht Spa\u00df, sie zu sprechen. Damit ihr einen Eindruck von der Sprache\nbekommt und auch mit mir lernen k\u00f6nnt, habe ich etwas vorbereitet &#8211; n\u00e4mlich greetings\/Begr\u00fc\u00dfungen:<\/p>\n\n\n\n<p>Kwamba &#8211; Hallo<\/p>\n\n\n\n<p>Wa buka buti &#8211; Guten Morgen<\/p>\n\n\n\n<p>Kasiya buti \u2013 Guten Abend<\/p>\n\n\n\n<p>Moone Kabotu &#8211; Gute Nacht<\/p>\n\n\n\n<p>Uli buti \u2013 Wie geht es dir?<\/p>\n\n\n\n<p>Bei allem wird mit Kabotu geantwortet, das so viel\nhei\u00dft wie ok. Hier ein Beispiel:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;Wa buka buti<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;Kabotu, wa buka buti<\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;Kabotu<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sprache ist sehr stark mit Respekt verbunden und es gibt daher verschiedene Weisen, jemanden anzusprechen &#8211; je nachdem, ob man mit gleichaltrigen oder \u00e4lteren Personen spricht. Um es einfach zu halten, benutze ich die allgemeinen Formen.<\/p>\n\n\n\n<p>So das war&#8217;s erst einmal f\u00fcr den Anfang. Ich gr\u00fc\u00dfe Deutschland und bis bald!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Naomie<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Hallo, mein Name ist Naomie und ich bin die neue Freiwillige des ewe&#8217;s\nf\u00fcr das Jahr 2019\/2020. Ich bin 25 Jahre alt und lebe mittlerweile seit 3\nJahren in Aachen. Im Sommer 2018 habe ich meinen Bachelorabschluss in\nKommunikationsdesign gemacht. <br>\n<br>\nIn meiner Freizeit besch\u00e4ftige ich mich viel mit Musik. Au\u00dferdem laufe ich viel\nmit meiner Kamera herum und schie\u00dfe Fotos von meinen Freunden. Manchmal\nentstehen daraus auch Fotoprojekte oder neue Collagen, die ich anfertige.<br>\n<br>\nW\u00e4hrend meiner Bachelorphase habe ich angefangen, als Assistentin f\u00fcr eine Frau\nmit Behinderung zu arbeiten, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist. So sammle\nich erste Erfahrungen im sozialen Bereich. Denn ich m\u00f6chte zuk\u00fcnftig im\nsozialen Bereich bleiben und arbeiten. Mir macht die Arbeit mit Menschen bis\nheute Spa\u00df, sodass ich den Nebenjob als Assistentin auch weiterhin beibehalten\nhabe. <br>\n<br>\nAber dabei m\u00f6chte ich es nicht belassen: ich m\u00f6chte mehr lernen im Bereich der\nsozialen Arbeit. Deshalb habe ich mich letztes Jahr dazu entschieden, mit einer\nOrganisation ein freiwilliges Jahr im Ausland zu machen. Hierbei habe ich mich\nf\u00fcr das sch\u00f6ne Sambia und den ewe entschieden. Was mich vor allem antreibt und\nworauf ich gespannt bin, ist mit den Menschen in Sambia zu leben, ihre Kultur\nund Lebensweise kennenzulernen und neue Erfahrungen sammeln zu k\u00f6nnen. F\u00fcr mich\nsoll das Jahr in Sambia nicht nur meiner pers\u00f6nlichen, sondern auch der beruflichen\nOrientierung dienen. Denn mein Wunsch ist es, einen sozialen Beruf zu\nstudieren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"600\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Naomie1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-723\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>So kann ich mir gut vorstellen, mit Kindern zu arbeiten. In diesem\nBereich habe ich bislang noch keine Erfahrungen. Aber ich mit nat\u00fcrlich auch\noffen, mit behinderten Menschen zu arbeiten. Denn auch wenn ich hier schon\neinige Erfahrungen gesammelt habe, gibt es immer noch viel zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<p><br>\nIch freue mich sehr, mit dem ewe ein Jahr in Sambia zu verbringen und dort gemeinsam\nmit den Menschen leben und von ihnen lernen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Goodbye 2019 and Hello 2020 Goodbye 2019 Der letzte Monat des Jahres war in vielerlei Hinsicht anders als sonst. Vor allem war er aber warm. Alle in der Kirche fieberten auf Weihnachten zu, jeder bereitete etwas vor. Die Kinder bereiteten ein Theaterst\u00fcck vor und die Jugendlichen \u00fcbten Lieder ein, die sie an den Weihnachtstagen singen &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/naomie-in-sambia\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-722","page","type-page","status-publish","hentry","nodate","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=722"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/722\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":793,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/722\/revisions\/793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}