{"id":726,"date":"2019-08-08T12:11:45","date_gmt":"2019-08-08T10:11:45","guid":{"rendered":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/?page_id=726"},"modified":"2020-05-11T17:07:10","modified_gmt":"2020-05-11T15:07:10","slug":"priscilla-und-eugine-in-deutschland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/priscilla-und-eugine-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Priscilla und Eugine in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mein dritter Bericht<\/h4>\n\n\n\n<p>Seit meinem letzten Bericht ist die Zeit wirklich schnell vergangen und in den letzten Tagen ist eine Menge passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst war da Weihnachten und alles. Ich war wirklich erstaunt, wie sehr sich die Menschen hier auf Weihnachten vorbereiten. Denn es gab schon Ende November Weihnachtsdekoration und das war f\u00fcr mich wirklich \u00fcberraschend. In dieser Zeit waren Eugine und ich bei Silja zuhause zu Besuch. Sie waren wirklich sehr nett zu uns und haben uns vieles gezeigt. Wir waren auch auf dem Aachener Weihnachtsmarkt, der sehr sch\u00f6n und gro\u00df ist. Und ich hatte keine Idee davon, wie ernst man hier Adventskalender nimmt. Weihnachten war wirklich toll. Es war viel festlicher als zuhause in Sambia.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann wenig sp\u00e4ter kam Neujahr, was auch toll war, aber gleichzeitig auch schade, weil ich n\u00e4mlich arbeiten musste. Bei der Arbeit ist alles gut, alles ist in Ordnung. Die Krankenschwestern sind sehr hilfsbereit und ich lerne im Krankenhaus viel dar\u00fcber, wie man sich um Patienten k\u00fcmmert und wie man ihnen helfen kann, wenn sie einen brauchen. Aber genau genommen, kann ich nicht viel machen, wenn es zum Beispiel um die Verabreichung von Medikamenten oder \u00c4hnlichem geht, denn das darf ich nicht. Deshalb helfe ich den Schwestern nur.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"878\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/16_Bergfest-Priscillas-Gastfamilie-1200x878.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-795\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/16_Bergfest-Priscillas-Gastfamilie-1200x878.jpg 1200w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/16_Bergfest-Priscillas-Gastfamilie-744x545.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/16_Bergfest-Priscillas-Gastfamilie-768x562.jpg 768w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/16_Bergfest-Priscillas-Gastfamilie-1536x1124.jpg 1536w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/16_Bergfest-Priscillas-Gastfamilie-2048x1499.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich lerne auch viel \u00fcber den Lebensstil und den Alltag der Menschen hier. Die meisten, die ich bisher kennengelernt habe, sind sehr aktiv und treiben eine Menge Sport. Eines der wichtigsten Sachen, die die Menschen hier machen, ist die Tage immer durchplanen. Man plant im Voraus, was wirklich gut ist, weil man dadurch besser organisiert scheint. Und tats\u00e4chlich lerne ich auch zu planen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor einigen Tagen fand mein drittes Seminar statt und ich habe eine gute Zeit mit allen dort verbracht. Alles ist gut und es ist auch besser als vorher, weil ich nun doch einiges auf Deutsch verstehe, was nat\u00fcrlich hilft. Ich hatte Spa\u00df beim Seminar und es hat w\u00e4hrenddessen sogar geschneit.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Augenblick besuche ich sogar einen Kunstkurs und ich habe auch Klavierstunden. Alles andere ist auch gut, weil ich mir wenig zeitlichen Spielraum lasse, um abgelenkt zu sein und &nbsp;nicht zu viel an zuhause denken zu m\u00fcssen. Es ist immer noch schwer f\u00fcr mich die Sprache zu sprechen, aber ich strenge mich sehr an. Sich an Unterhaltungen von anderen zu beteiligen, hilft da eine Menge.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Kunstkurs ist samstags, aber nicht immer. Meistens findet er alle zwei Wochen statt. Und die Klavierstunden sind jeden Dienstag. Meine Gastfamilie unterst\u00fctzt mich wirklich sehr und sie haben sehr viel Verst\u00e4ndnis und sind sehr nett. An einem der vergangenen Tage ist meine Gastmutter mit zu meiner Arbeit gekommen, um zu sehen, wo ich arbeite und wie die Krankenstation ausschaut. Das war sehr nett von ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen beginnt der Karneval und fast jeder spricht davon, wie toll Karneval ist und so. Ich wei\u00df nicht, ob wir zuhause auch so etwas wie Karneval haben oder ob wir daf\u00fcr nur eine andere Bezeichnung haben. Jedenfalls bin ich sehr gespannt darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>(dt. \u00dcbersetzung von Y.Kuchiba)<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">DEUTSCHLAND<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich sage mir stets, \u201eEine tausend Meilen lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt.\u201c Denn das ist f\u00fcr mich Inspiration. Es ist sehr interessant f\u00fcr mich, nun schon sechs Monate in Deutschland zu sein, weil ich vieles gelernt habe und w\u00e4hrend meines Aufenthalts hier auf viele Dinge gesto\u00dfen bin. In der Sprache meines Stammes, also auf Tonga, w\u00fcrde ich sagen \u201emenso ndasanina\u201c (ich habe meine Augen gef\u00fcttert). Um in diesem Bild zu bleiben: ich habe meine Augen mit vielem gef\u00fcttert und ich habe eine Menge von meiner Gastfamilie, von meinem Arbeitsplatz, von den anderen Freiwilligen bei der Seminarwoche und auch von meiner Umgebung an sich gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wetter in Deutschland ist so faszinierend und gleichzeitig so verwirrend, weil man nie genau wei\u00df, was kommt: stell dir vor, die Sonne scheint sehr hell, keine Wolken, der Himmel ist sehr klar, aber es ist sehr kalt! Als ich die Sonne so hell scheinen sah, f\u00fchlte ich mich so gut, und ich wollte f\u00fcr einen Spaziergang nach drau\u00dfen gehen. Allerdings ohne warme Anziehsachen. Uuuh, als ich gerade die Haust\u00fcr erreichte, war es so frostig, dass ich auf der Stelle meine Pl\u00e4ne \u00e4nderte und doch im Haus blieb. Wenn ich das Wetter in Sambia mit dem in Deutschland vergleichen sollte, w\u00fcrde ich sagen, dass ich das sambische Wetter dann und wann doch einsch\u00e4tzen kann, das deutsche Wetter hingegen nicht. Um sicher zu gehen, sollte man sich der Wettervorhersage richten.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer deutschen Familie zu leben, ist anders als in einer sambischen, doch egal, ob deutsche oder sambische Familie, es hat den Vorteil, dass man in einer Familie viel \u00fcber unterschiedliche Interaktionsweisen und den Lebensstil der Menschen lernt. Obwohl man in Deutschland \u00e4ltere Personen bei ihren Vornamen nennen darf \u2013 was in Sambia nicht erlaubt bzw. nicht \u00fcblich ist -, bedeutet dies nicht, dass meinen Respekt vor den \u00c4lteren hat. Entscheidend ist, dass man sich respektvoll verh\u00e4lt und Grenzen einh\u00e4lt. Ich pers\u00f6nlich habe inzwischen diese Grenzen gelernt, habe mich entwickelt, denke nach und wei\u00df, was ich tun darf und was nicht, was ich anfassen darf und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Weihnachten feiern ist in Deutschland sehr sch\u00f6n, aber sehr anders als in Sambia. Denn wir feiern haupts\u00e4chlich in der Kirche, wo es ein gemeinsames Mahl als Gemeinde gibt, Aktivit\u00e4ten der Youth Gruppe, der Holy Childhood Gruppe, von Zeit zu Zeit auch Zusammenk\u00fcnfte mit Freunden und Familie, und wir Weihnachten wirklich genie\u00dfen. Was es in Deutschland nett macht, ist, dass man Weihnachten mit der Familie verbringt. Es gibt ein Weihnachtsessen, bei dem man sich unterh\u00e4lt, man bekommt Geschenke und hat eine sch\u00f6ne Zeit bei gemeinsamen Erinnerungen. Zeit mit der Familie zu verbringen, ist wichtig, um die Verbindung zur Familie aufzubauen. Und Zeit mit der Familie ist sowieso das Beste, weil du nie wei\u00dft, was als n\u00e4chstes passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man einen etwas m\u00fcrrischen oder reizbaren Charakter hat, ist das weder in Deutschland noch in anderen Situationen im Leben hilfreich. Meine pers\u00f6nliche Eigenschaft, es vorzuziehen, ohne erkennbare Gr\u00fcnde still zu bleiben, war hier zun\u00e4chst etwas problematisch und hat nicht geholfen. So kann ich nur raten, sich offen zu verhalten, um Neues aufnehmen zu k\u00f6nnen. Mit den Menschen deiner Umgebung zu kommunizieren, ist in Deutschland, aber auch in jeder Umgebung, wo auch immer man sich befindet, wichtig. Ich war in den ersten Monaten hier zu still und das war nicht f\u00f6rderlich. Aber nun arbeite ich daran und hoffe, dass zum Ende meines Freiwilligen-Jahres meine Kommunikationsf\u00e4higkeit besser sein wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"515\" height=\"387\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/10_Eugine-liest-das-Gr\u00fcffelo-vor.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-796\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Arbeiten im Kindergarten oder in einer Tagesst\u00e4tte ist meiner Ansicht nach eine sehr gute Vorbereitung auf das Leben. Ich denke mir das, weil ich vorher noch nie in einer gr\u00f6\u00dferen Einrichtung gearbeitet habe, mich das aber auf die Zukunft vorbereitet. Allerdings ist das fr\u00fche Aufstehen eine echte Herausforderung: um 5 Uhr morgens von Montag bis Freitag. Das war herausfordernd f\u00fcr mich, obwohl ich in Sambia in einem Internat war. Aber das Gute ist, dass ich mich inzwischen ans fr\u00fche Aufstehen gew\u00f6hnt habe. \u00dcbrig bleibt ein Problem: die Jahreszeit Winter. Wenn ich zur Arbeit gehe, ist es noch dunkel, und wenn ich nach Hause komme, ist es schon wieder dunkel. Die N\u00e4chte sind l\u00e4nger als die Tage. Deshalb kann ich den Sommer kaum erwarten. Ich freu mich auf den Sommer. Denn es wird sicher sehr lustig, mit dem Fahrrad hin und her zu fahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Kindern zu arbeiten, hat mich gelehrt ruhig zu bleiben und manchmal auch mutig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruhig zu bleiben, weil wir viele Projekte mit den Kindern machen: Manche Kinder sind einfach noch nicht alt genug, um alles allein schaffen zu k\u00f6nnen. Und ab und zu, wenn ich gestresst bin, dann \u00e4rgert mich das, weil die Sachen f\u00fcr mich so einfach aussehen. Aber ich muss in diesen Situationen selbstverst\u00e4ndlich ruhig bleiben und Verst\u00e4ndnis zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang des Jahres kam ein neues Kind in den Kindergarten. Und dieses Kind schaute mich den ganzen Tag an. Ich fragte mich warum und diese Frage kreiste den ganzen Tag durch meine Gedanken. Am n\u00e4chsten Morgen kam das M\u00e4dchen dann auf mich zu und fragte: \u201eWarum hast du einen dunklen Kopf?\u201c Ich fragte mich, ob es noch nie einem Afrikaner begegnet ist, obwohl es so viele Afrikaner in Deutschland gibt. Erst einmal antwortete ich ihm, dass ich ganz viel Schokolade esse. Aber danach erz\u00e4hlte ich ihm, dass ich aus Afrika stamme, und meine Kollegin hat ihm das auch noch einmal erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mut und Motivation sind sehr wichtig. Ich bin mutig \u2013 wenigstens sagen das meine Kollegen.<br>Sie denken dies, weil ich mich traue, ganz allein vor den ganzen Kindern zu sprechen, z.B. wenn ich den Morgenkreis f\u00fchre. Oder wenn wir uns mit anderen Kinderg\u00e4rten zu gemeinsamen Sportaktivit\u00e4ten treffen. Oder bei anderen Aktivit\u00e4ten, wie dem Lesen mit den Kindern. (Eine Maus ging in einem tiefen, dunklen Wald spazieren. Ein Fuchs sah die Maus und die Maus guckte ihn an. Wo gehst Du hin kleine, braune Maus? Willst du nicht bei mir im Bau G\u00f6tterspeise essen? Das ist schrecklich nett von dir, Fuchs, aber ich muss zu Mittag schon beim Gr\u00fcffelo sein.) Diese Geschichte ist sehr lustig und interessant. Kennt ihr sie nicht: DAS GR\u00dcFFELO?<\/p>\n\n\n\n<p>Die deutsche Kultur ist so faszinierend. Sie ist sehr einzigartig, mit ihren Werten, Festen und Br\u00e4uchen. Ich mag die Stereotypen \u00fcber Deutschland. Es gibt viele davon, doch ich kenne nur einige wenige: \u201eDeutsche sind p\u00fcnktlich und arbeiten flei\u00dfig.\u201c Ich hoffe, auch flei\u00dfig arbeiten zu k\u00f6nnen und p\u00fcnktlich zu sein, wenn ich wieder in Sambia bin (aber auch das sambische Zeitgef\u00fchl zu behalten). \u201eDeutsche trinken viel Bier.\u201c (\u201eBitte ein Bit.\u201c aus der Bitburger Werbung) Es gibt viele Bier- und Weinsorten. Das deutsche Bier schmeckt sehr gut zu Wurst.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland gibt es viele Feste: fast jeden Monat eins und sie sind ziemlich bunt. Im Moment bin ich gespannt auf ein gro\u00dfes Fest, das Karneval genannt wird, und hoffe daran auch teilnehmen zu k\u00f6nnen. Deutschland ist auch ein Land des Sports: die meisten Menschen treiben hier Sport. Und mir als Sportler f\u00e4llt es auch leicht, beim Sport mit zu machen \u2013 genauer beim Volleyball. Das Volleyballspielen hier macht mir wirklich sehr viel Spa\u00df und ich glaube, dass sich mein Spiel sehr verbessert hat. Deshalb: Achtung, Sambia!<\/p>\n\n\n\n<p>Manche Menschen m\u00f6gen behaupten, Deutsche seien nicht freundlich. Aber diese Meinung teile ich nicht. Ich denke, was wichtig ist, ist die Pers\u00f6nlichkeit des Einzelnen. Ich sage das aus dem Grund, weil ich immer Hilfe erhalten habe, wenn ich danach gefragt habe. Zum Beispiel, hat man mir mit einem L\u00e4cheln im Gesicht geholfen, als ich mich verlaufen hatte. Und w\u00e4hrend des Freiwilligen-Seminars haben die anderen Freiwilligen mir auch geholfen, obwohl ich als einziger aus dem Ausland kam, n\u00e4mlich, indem sie f\u00fcr mich ins Englische \u00fcbersetzten,&nbsp; wenn es an neue Orte ging und indem sie mich in ihre Spiele mit einbezogen (z.B. beim Werwolf).<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem habe ich gelernt, dass es wichtig ist, \u00fcber Dinge zu sprechen, um sich dar\u00fcber klar zu werden und um einen Konflikt zu l\u00f6sen, wenn es zu Missverst\u00e4ndnissen kommt. So ist z.B.&nbsp; w\u00e4hrend meiner letzten Woche ein Konflikt aufgetaucht, aber er konnte durch Diskussionen gel\u00f6st werden. Wege finden, Konflikte zu vermeiden, darum geht es beim Dar\u00fcber-Reden, und dann obsiegt der Friede.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl ich mein Zuhause vermisse, mag ich Deutschland wirklich sehr. Mein Umfeld an-und-f\u00fcr-sich lindert das Heimweh und verhilft mir zu Ausgeglichenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Eugine Himunza (dt. \u00dcbersetzung Y.Kuchiba)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herausforderungen\nbegegnen und Erfahrungen wertsch\u00e4tzen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ich kann\neinfach nicht glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Es f\u00fchlt sich an, als w\u00e4re\nich erst vor einem Monat in Deutschland angekommen, dabei sind es jetzt schon\ndrei Monate und zwei Wochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Leben ist\nnicht immer einfach an einem neuen Ort, an dem man jeden Tag neue Menschen\nkennenlernt. Aber so ist das Leben und die Dinge geschehen, ob wir es wollen\noder nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie es sich anf\u00fchlt zu arbeiten, weil ich\nnie zuvor einen Job hatte. Jetzt wei\u00df ich, wie es sich anf\u00fchlt, und ich muss\nsagen, dass es wirklich schwer ist, jeden Morgen fr\u00fch auf zu stehen und zur\nArbeit zu gehen. Aber es lehrt mich das Leben und was es hei\u00dft, ein\nverantwortlicher Mensch zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine ersten\nTage bei der Arbeit im Krankenhaus waren nicht einfach und sehr aufregend. Ich\nmusste zuerst einmal meinen Platz auf der Station finden und einige Dinge\nlernen, was mir anfangs schwerfiel. Viele Stunden am St\u00fcck zu arbeiten ist\nnicht leicht, manchmal ist es auch langweilig und erm\u00fcdend, so dass ich nach\nder Arbeit einfach in mein Bett h\u00fcpfen m\u00f6chte und 15 Stunden schlafen k\u00f6nnte.\nObwohl mir besonders die Fr\u00fchschicht noch immer schwerf\u00e4llt (ich muss um 5 Uhr\nmorgens aufstehen), gew\u00f6hne ich mich an den Arbeitsalltag.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine\nGastfamilie mag ich sehr gerne! Alle sind so nett und k\u00fcmmern sich immer um\nmich. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und meine Gasteltern behandeln mich\nwie ihr eigenes Kind. Ich bin sehr froh, mit meiner Familie zusammen zu leben.\nMeine Gastmutter ist super cool und bem\u00fcht sich immer, sch\u00f6ne Dinge mit mir zu\nunternehmen, zum Beispiel sind wir nach K\u00f6ln und nach Jena gefahren. Sie hat\nmir auch beigebracht zu schwimmen, was wirklich nicht einfach war. Leider haben\nwir oft keine Zeit, zusammen Ausfl\u00fcge zu machen, weil ich arbeiten muss. Aber\nwir geben unser Bestes, viel Zeit miteinander zu verbringen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1080\" height=\"810\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Priscilla_2_Mit-Gastmutter-und-schwester.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-769\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Priscilla_2_Mit-Gastmutter-und-schwester.jpg 1080w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Priscilla_2_Mit-Gastmutter-und-schwester-744x558.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/03_Priscilla_2_Mit-Gastmutter-und-schwester-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ich genie\u00dfe\nauch die Treffen mit den anderen Freiwilligen und Ruth (sie ist verantwortlich\nf\u00fcr uns Freiwillige). Wir reden viel dar\u00fcber, was wir erlebt haben und welche\nHerausforderungen uns an den Arbeitspl\u00e4tzen oder in den Familien begegnen. Dann\nversuchen wir gemeinsam L\u00f6sungen zu finden, was ich sehr gut und hilfreich\nfinde.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen\nhatte ich auch mein erstes Seminar mit vielen anderen Freiwilligen in\nDeutschland, aber ich war die einzige internationale Freiwillige dort. Das\nSeminar war in Ordnung, abgesehen von der Sprachbarriere. Die Freiwilligen\nbem\u00fchten sich, f\u00fcr mich zu \u00fcbersetzen, aber manchmal verga\u00dfen sie, dass ich\nUnterst\u00fctzung brauche. Wir haben viel \u00fcber unsere Arbeitspl\u00e4tze geredet und dar\u00fcber,\nwie wir aufkommende Schwierigkeiten bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich freue mich\nschon auf das n\u00e4chste Seminar, bei dem ich Leute treffen kann, die \u00e4hnliche\nErfahrungen gemacht haben wie ich. Ich bin mir sicher, dass wir wieder \u00fcber die\nArbeit und \u00fcber unvorhergesehene Herausforderungen reden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann mich\n\u00fcber das Leben hier nicht beschweren, obwohl ich manchmal traurig bin, weil ich\nmeine Familie und Freunde zu Hause vermisse. Es ist nicht leicht, hier Freunde\nzu finden. Ansonsten versuche ich, offen zu sein f\u00fcr neue Erfahrungen und das\nBeste aus meiner Zeit in Deutschland mit zu nehmen. Ich gebe mir M\u00fche, alles,\nwas ich erlebe, wert zu sch\u00e4tzen und daraus die beste Erfahrung zu machen, die\nich nur haben kann!<\/p>\n\n\n\n<p>Priscilla Daka<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das\n\u201cglaubliche\u201d Deutschland<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch eine Reise\nvon tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. Ich erinnere mich an meine\nersten Wochen in Deutschland: wie alles unfassbar schwer zu glauben war. Darum\nhatte mein erster Bericht den Titel \u201cDas unglaubliche Deutschland\u201d. Nachdem ich\njetzt einige Monate hier verbracht habe, fange ich an, zu glauben. Deswegen\ndiesmal der Titel \u201cDas glaubliche Deutschland\u201d. <\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland\nbin ich vielen neuen Dingen begegnet: Verkehrsmitteln, Essen, verschiedenen\nLeuten, dem Wetter und der Kultur selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich der\nVerkehrsmittel: Um zur Arbeit oder Heim zu kommen, muss ich mit verschiedenen\nBuslinien und dem Zug fahren. Als ich an einem Arbeitstag fr\u00fcher Feierabend\ngemacht habe, h\u00e4tte ich eine andere Verbindung nehmen m\u00fcssen. Als ich in\nTalbahnhof einen falschen Zug nahm, fuhr ich in die entgegengesetzte Richtung\nund wunderte mich, dass ich nicht in D\u00fcren ankam. Also stieg ich aus und\nfragte, in welcher Richtung D\u00fcren lag. Obwohl ich mich \u00fcberhaupt nicht\nauskannte, tat ich so, als w\u00e4re das nicht der Fall. Ich wartete einfach auf den\nZug, der in die andere Richtung fuhr, und gl\u00fccklicherweise war es der, der nach\nLangerwehe, Richtung D\u00fcren ging. So schaffte ich es dann nach Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>Das System der\nVerkehrsmittel unterscheidet sich von dem in Sambia. Alles ist p\u00fcnktlich und da\nder Zug in Sambia nur sporadisch f\u00e4hrt, habe ich diesen noch nie genutzt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"600\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/04_Eugine_5_Kita.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-765\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das deutsche Umfeld\nist sehr freundlich, wenn man sich an alle Regeln h\u00e4lt \u2013 aber es gibt viele\ndavon.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leute scheinen etwas unfreundlich, weil sie immer mit\nihrer Arbeit besch\u00e4ftigt sind.&nbsp; Wenn man\naber nach Hilfe fragt, sind alle bereit, einem zu helfen. Die einzige\nSchwierigkeit ist, wenn man kein Deutsch spricht. Denn es gibt einige, die kein\nEnglisch k\u00f6nnen. Zum Beispiel an meinem Arbeitsplatz: Die meisten sprechen kein\nEnglisch und k\u00f6nnen mir vieles von dem, was sie gerne erkl\u00e4ren m\u00f6chten, nicht\nerkl\u00e4ren. In einer Woche war mein Ansprechpartner nicht da und ich war allein\nmit einer Kollegin, die kein Englisch sprechen konnte. Da wir aber miteinander\narbeiten mussten, erkl\u00e4rte sie mir alles auf Deutsch und ich musste\ngezwungenerma\u00dfen alles verstehen: und es funktionierte Und das war cool!<\/p>\n\n\n\n<p>Was das Essen angeht\u2026 mmmmmh &#8230; bin ich immer mit dabei.\nIch hoffe sogar, dass ich an einem Ess-Wettbewerb teilnehmen kann, weil das\nEssen so gut ist! Auf Tonga w\u00fcrde ich sagen \u201ctujaya kunoona\u201d (sweet food that\nkills). Manche deutschen Gerichte sind saisonal, das hei\u00dft, sie werden nur zu\neiner bestimmten Jahreszeit gegessen: im Winter isst man zum Beispiel\nspezielles Brot (Printen und Spekulatius). <\/p>\n\n\n\n<p>Das Fleisch schmeckt anders als das in Sambia, ich kann\nallerdings nicht genau sagen, warum. Beim Fisch finde ich es schwierig zu\nsagen, welche Art Fisch es ist, weil alle gleich schmecken, wenn auch gut. Es\ngibt viele verschiedene Arten von Brot: schwarz, braun und wei\u00df und in\nverschiedenen Formen. Am Anfang war es etwas schwierig f\u00fcr mich, weil ich nicht\ndaran gew\u00f6hnt war, so viel Brot zu essen, aber inzwischen mag ich es, am\nliebsten mit Sprite ohne Zucker (Blubberwasser). <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"600\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/04_Eugine_2_Essen-mit-Priscilla-und-Silja.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-766\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In Deutschland gibt es jede Menge Gerichte. Ich mochte zum\nBeispiel Mangold-Spaghetti, Schnitzel mit Pommes, Kartoffelgratin, und ein\nGericht, das mit Bier gekocht wird: Gulasch. Stell dir vor, es zu essen und\ndabei betrunken zu werden. <em>(Anmerkung der Redaktion: Keine Sorge, der\nAlkohol verdampft beim Kochen.)<\/em> Ich habe auch D\u00f6ner Kebap probiert. Es ist\nsehr gut! Ich bin mir nicht sicher, ob es deutsches Essen ist, aber ich werde\nversuchen, es auch in Sambia zu bekommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Hausarbeit in deutschen Familien ist nicht viel anders als\nin sambischen Familien. Die Familienmitglieder kommen zusammen, um gemeinsam zu\narbeiten, was sch\u00f6n ist. Der Unterschied ist, dass in Sambia Dinge t\u00e4glich\nerledigt werden, w\u00e4hrend sie in Deutschland nur an bestimmten Tagen getan\nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kindergarten zu arbeiten ist f\u00fcr mich eine gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit,\num die Sprache zu lernen, da ich von meinen Kolleginnen und den Kindern ohne\nAngst lernen kann. Der Kindergarten ist nicht sehr gro\u00df. Wir haben drei Gruppen\nmit den Namen Mond, Stern und Sonne, mit jeweils 20-22 Kindern. In meiner\nGruppe sind es 21. Die Kinder sind nett und lustig. Sie haben mir den Namen\n\u201cSchokolade\u201c gegeben, was ich cool finde. Ich nenne sie daf\u00fcr \u201cMilch\u201d und\n\u201cWei\u00dfbrot\u201d. Wir haben mehrere Aktivit\u00e4ten mit anderen Kinderg\u00e4rten, z.B. Tanzen,\nLesen, Sport und Bauen mit Baukl\u00f6tzchen. Im\nKindergarten ist immer etwas los. Es wird nie langweilig und es macht mir nichts\naus, der einzige junge Mann zu sein. Das Gute ist, dass meine Kolleginnen mich\nimmer unterst\u00fctzen. Wie bei dem Vorfall, als ein Kind seinen Eltern erz\u00e4hlte,\ndass ich es geschlagen h\u00e4tte, was ich nat\u00fcrlich nicht habe. Der Grund war, dass\nder Junge nicht in den Kindergarten kommen wollte, und deswegen log. Der Vater\nwar sehr w\u00fctend und aufgebracht. Ich musste zum Gl\u00fcck nicht mit ihm sprechen,\ndie f\u00fcr mich Verantwortliche tat das. Alle sagten ihm, dass ich so etwas nie\ntun w\u00fcrde. Ich bin nicht in der Gruppe des Jungen und hatte einige Wochen schon\nnichts mehr mit ihm zu tun gehabt. Das wurde dem Vater erkl\u00e4rt und er verstand\nes. Damit war das Thema dann gl\u00fccklicherweise gekl\u00e4rt. Ich war gl\u00fccklich, dass\nmeine Kolleginnen mich so verteidigt hatten, manche von ihnen mussten deswegen\nsogar weinen. Es war keine gute Situation, ich hatte viele negative Gedanken\ndanach, habe es aber geschafft, diese los zu werden und weiter zu machen. Der\nKindergarten ist ein guter Ort f\u00fcr mich: Ich habe viel Spa\u00df mit den Kindern,\nich mache ein Kunstprojekt mit ihnen und unterrichte Englisch. <\/p>\n\n\n\n<p>Leben in Deutschland ist mal besser, mal schlechter, weil\nich mich an die Umgebung gew\u00f6hnen muss, an die Kultur und an die Sprache, damit\nich gut mit den Leuten kooperieren und kommunizieren kann. Abgesehen davon ist\nDeutschland ein gutes Land, die Menschen sind freundlich, ich mag die Umgebung\n(H\u00e4user und B\u00e4ume) und das Wetter ist ok, auch wenn es etwas kalt f\u00fcr mich ist.\nEs schaut sch\u00f6n aus, wie die Bl\u00e4tter die Farbe wechseln. Eine meiner gr\u00f6\u00dften\nHoffnungen ist, dass ich Schnee sehen werde, weil mich jeder zu Hause danach\nfragt. <\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fc\u00dfe nach Sambia, wir sind bald wieder zur\u00fcck. Wir\ngenie\u00dfen es, wenn auch nicht g\u00e4nzlich, aber je mehr Zeit vergeht, desto mehr Spa\u00df\nhaben wir.<\/p>\n\n\n\n<p>Bye bye <\/p>\n\n\n\n<p>Eugine Himunza <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unglaubliches\nDeutschland<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Bei der Ankunft am Flughafen hatte ich nicht mit so einer gro\u00dfen Anzahl von Leuten gerechnet, die auf uns vier Freiwillige &#8211; Priscilla, Ben, Silja und mich \u2013 wartete. Aber es waren wirklich viele und sie freuten sich, uns zu sehen. Es war lustig und sch\u00f6n, auch weil sie uns mit einem riesigen Kuchen in Empfang nahmen. Das war sehr nett, obwohl ich schon so viel Kuchen gegessen hatte. Aber es war wirklich sehr nett<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nn\u00e4chsten Tag fuhren wir nach D\u00fcren, um dort unsere Bustickets abzuholen. Dann\ngingen wir \u00fcber den D\u00fcrener Markt, der sehr farbenfroh wirkte mit all den\nBlumen, dem Gem\u00fcse und dem Obst. Danach gingen wir weiter zur Anna-Kirmes. Zwar\ngab es dort viele Angebote und Fahrgesch\u00e4fte und ich h\u00e4tte sie alle gerne ausprobiert.\nAber leider hatte ich sehr viel gegessen, (was auch nett war), aber deshalb musste\nich auf einem langsamen, aber sehr gro\u00dfen Ger\u00e4t, das Riesenrad genannt wird,\nfahren. Von dort oben hatte man einen Blick auf ganz D\u00fcren. <\/p>\n\n\n\n<p>Am darauffolgenden Montag begann unser Deutschunterricht, wobei die Sprache nicht ganz neu f\u00fcr mich ist, weil ich schon in Sambia damit begonnen habe, sie zu lernen.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nhabe hier auch schon Beachvolleyball gespielt. Das war super, auch wenn die\nKommunikation eine Herausforderung darstellte. Aber Hauptsache war, dass ich\nspielen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das\ndeutsche Essen ist auch sehr lecker. Aber das Wasser ist sehr anders als in\nSambia: es ist so, als ob man Sprite ohne Zucker trinken w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Guten Tag und danke!<br> <\/p>\n\n\n\n<p><em>Eugine Himunza<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erster Bericht von Priscilla<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Als\nich hier ankam, habe ich es nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass ich es hier m\u00f6gen\nk\u00f6nnte. Aber ich musste mich wohl einfach nur an die neue Situation und\nUmgebung gew\u00f6hnen. Nun mag ich es hier wirklich und bin froh angekommen zu\nsein. Ich dachte, dass es sehr schwer w\u00fcrde, so weit weg von zu Hause zu sein,\naber ist es doch nicht so schwer, wie ich gedacht hatte. Vielleicht wird es an\neinem bestimmten Punkt noch so kommen, aber f\u00fcr den Moment bin ich sehr, sehr froh,\nhier zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>An\nden ersten beiden Tagen war ich bei Irmela und es hat mir bei ihr sehr\ngefallen. Am Samstag sind wir zur Anna-Kirmes gegangen, wo ich viel Spa\u00df hatte,\nvor allem auf der Fahrt mit dem Riesenrad. Ich habe auch Pommes mit Wurst\ngegessen und Cola getrunken und ich muss sagen, dass ich das Essen hier auch\nmag.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nSonntag waren wir in der Marienkirche. Die Messe hier ist schon etwas anders\nals bei uns in Sambia. Aber bin froh, hingegangen zu sein. Hier hatte ich n\u00e4mlich\nauch die Gelegenheit, meine k\u00fcnftige Gastfamilie zu treffen. Wir haben ein\nbisschen miteinander sprechen k\u00f6nnen und es war sch\u00f6n, sie einmal gesehen zu\nhaben. Danach habe ich Edith und ihren Hund Elsa kennengelernt. Elsa ist echt\ngro\u00df, aber lieb. Seit Sonntag bis Ende August wohne ich nun auch bei Edith und\nElsa. <\/p>\n\n\n\n<p>Am\nMontag begann unser Deutschkurs mit Saskia. Deutsch zu lernen ist nicht ganz\neinfach, aber ich will mich sehr anstrengen, damit ich mich besser unterhalten\nkann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann\nam Dienstagnachmittag traf ich Isy und Falonne, die beiden Tutorinnen f\u00fcr die\nKultureinf\u00fchrung. Beide waren sehr nett zu mir und ich mag sie auch sehr. Sie\nhelfen uns auch beim Deutschlernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nn\u00e4chsten Tag brachte Irmela Eugine und mich nach Aachen, wo auch Isy und Falonne\nzu uns stie\u00dfen. In Aachen nahmen wir an einem Treffen mit anderen Freiwilligen\naus S\u00fcdamerika teil. Durch das Zusammensein und durch das, was ich \u00fcber sie\nlernte, bekam ich den Eindruck, dass die Welt wirklich klein ist. Nach diesem\nTreffen haben wir schlie\u00dflich auch Evans getroffen, einen ehemaligen Freiwilligen.\nEr zeigte uns Aachen, wir a\u00dfen und tranken etwas zusammen und hatten dann noch eine\nMenge Spa\u00df bei verschiedenen Spielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nDonnerstag gingen wir Beachvolleyball spielen. Obwohl ich noch nie\nBeachvolleyball gespielt habe, hat es Spa\u00df gemacht und ich konnte beobachten,\nwie die Leute dabei hinfielen und \u00fcber und \u00fcber mit Sand waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nFreitag war aufregend, weil wir mit Falonne und Isy nach D\u00fcren wollten. Mir hat\nes in der Stadt so gut gefallen, weil es so viel zu sehen gab, wir uns in den Gesch\u00e4ften\numgeschaut haben und auch dort Essen waren. Falonne zeigte Eugine und mir auch,\nwie man mit dem Bus f\u00e4hrt und wo wir aussteigen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am\nSamstag habe ich Edith geholfen, das Haus zu putzen. F\u00fcr mich war das nicht\nviel Arbeit, weil ich meiner Mutter zuhause so gut wie jeden Tag dabei geholfen\nhabe. Dann gingen wir mit Falonne und ihrer Familie zum Basketball spielen. Das\nhat mir sehr gut gefallen, weil wir alle dieselbe Hautfarbe hatten und das\nBeisammensein mit Falonnes Familie gab mir das Gef\u00fchl, zuhause zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonntags\ndann ging ich mit Isy und Falonne in einen afrikanischen Gottesdienst und ah!\ndas hat mir so gut gefallen: Leute wie mich mit ihrer Musik und ihren T\u00e4nzen zu\nsehen. Nach Messe und Mittagessen fuhren wir dann zum Tagebau Hambach und\nkletterten auf den Indemann, einen hohen Turm in der N\u00e4he.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher\ngef\u00e4llt mir Deutschland sehr. Es gibt leckeres Essen, besonders das Eis, die\nSchokolade, Fritten und einige Brotsorten. Aber sie m\u00f6gen hier Zucker nicht so\nwie wir Afrikaner. Der Sonnenuntergang ist anders als der Sambische und es ist\nerstaunlich, dass es abends um 7h noch hell ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nmuss sagen, Deutschland ist ein sch\u00f6nes Land. Ich es mag.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Priscilla Daka<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich hei\u00dfe <strong>Priscilla Daka,<\/strong> bin 18 Jahre alt, geboren am 8. September 2000. Ich lebe im s\u00fcdlichen Teil von Sambia, in Namalundu Kafue Gorge.<\/p>\n\n\n\n<p>2007\nbin ich in die Namalundu Grundschule gekommen, 2015 habe ich an der St. Joseph\u00b4s\nSecondary School meine mittlere Reife bestanden und 2018 an derselben Schule\nmein Abitur. Ich habe insgesamt 8 Punkte erreicht bei dieser letzten Pr\u00fcfung.\nAn der St. Joseph\u00b4s Schule habe ich auch unterschiedliche Auszeichnungen und\nBescheinigungen erhalten als eine der besten und intelligentesten Sch\u00fclerinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nlebe mit meinen beiden Eltern zusammen in Kafue Gorge. Mein Vater arbeitet als\nPolizist beim Milit\u00e4r und meine Mutter k\u00fcmmert sich um unsere gesamte Familie.\nIch habe noch vier Geschwister, drei Br\u00fcder und eine Schwester, zusammen sind\nwir also f\u00fcnf Kinder.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein\n\u00e4lterer Bruder Samuel ist 20 Jahre alt, meine Schwester Joyce ist 16, mein\nj\u00fcngerer Bruder Joseph ist 14 und mein kleiner Bruder Daniel ist 3 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur\nZeit habe ich keine Besch\u00e4ftigung. In meiner Freizeit zeichne ich gerne und mag\nKunst, schaue Fernsehen, lese Romane und schlafe. Dann h\u00f6re ich auch gerne\nMusik und mag es mit Leuten zu reden, also ich mich an Gespr\u00e4chen zu beteiligen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein\nLeben ist ein offenes Buch und ich rede gerne \u00fcber mich selbst, wenn ich\ngefragt werde. Ich habe gerne Freunde um mich herum und spreche gerne mit\nLeuten, um sie besser kennenzulernen und ich lerne gerne neue Dinge hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach meinem Freiwilligen-Jahr in Deutschland m\u00f6chte ich gerne Ingenieurwissenschaft studieren: Biomedizin, um genauer zu sein.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"194\" height=\"202\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/pricilla.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-727\"\/><figcaption>Priscilla<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p> Viele Gr\u00fc\u00dfe<br> Priscilla Daka<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eugine Himunza<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ich wurde am 9. Juli 2000 geboren und bin 18 Jahre alt. Ich wurde in eine Familie mit 2 Kindern geboren: meiner \u00e4lteren Schwester und mir. Aber jetzt bin ich allein \u00fcbriggeblieben, weil meine Schwester gestorben ist. Jahre sp\u00e4ter ist auch meine Mutter an einem Asthma Anfall gestorben. Zu meinem Vater habe ich keine Informationen. Ich lebe zusammen mit einigen Vettern bei meiner Gro\u00dfmutter. Das Leben ist f\u00fcr mich in Ordnung, bis auf die Tatsache ohne Eltern aufzuwachsen. Denn meine Tanten und Onkel k\u00fcmmern sich um alle meine Bed\u00fcrfnisse.*<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2007 bin ich zur Schule gegangen und habe mein Abitur im Jahr 2018 gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich\nbin jemand, der sich gerne mit unterschiedlichen Menschen umgibt, weshalb ich\nauch sehr gesellig bin. In meiner Freizeit gehe ich gerne mit meinen Freunden\nspazieren, um neue Orte zu entdecken. Au\u00dferdem mag ich gerne Videospiele und\nBasketball.<\/p>\n\n\n\n<p>In\nDeutschland m\u00f6chte ich gerne ganz viele Dinge kennenlernen. W\u00e4hrend meines\nfreiwilligen Jahres w\u00fcrde ich gerne in einem Kindergarten arbeiten, weil ich\nKinder sehr gern mag, oder in einem Krankenhaus, weil ich Clinical Officer **\noder Krankenpfleger werden m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nGrund, weshalb ich nach Deutschland kommen m\u00f6chte, ist, dass ich mehr \u00fcber die\nMenschen in Deutschland verstehen m\u00f6chte und wie andere Menschen an\nunterschiedlichen Orten leben. Auch m\u00f6chte ich meine sambische Kultur und ihre\nguten Seiten teilen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Anmerkungen der\nRedaktion: <br>\n*In der sambischen Gesellschaft geh\u00f6rt es zu den verwandtschaftlichen\nVerpflichtungen, insbesondere Waisen von Familienmitgliedern in die eigene\nFamilie aufzunehmen. Dies kommt in Sambia h\u00e4ufig vor und ist daher auch nicht\nungew\u00f6hnlich. Die aufgenommenen Kinder haben dann die gleichen Rechte und\nPflichten wie die eigenen Kinder.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>**Clinical Officer in Sambia ist ein Beruf \u00e4hnlich MTA in Deutschland<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"243\" height=\"324\" src=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/eugine.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-728\"\/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein dritter Bericht Seit meinem letzten Bericht ist die Zeit wirklich schnell vergangen und in den letzten Tagen ist eine Menge passiert. Zun\u00e4chst war da Weihnachten und alles. Ich war wirklich erstaunt, wie sehr sich die Menschen hier auf Weihnachten vorbereiten. Denn es gab schon Ende November Weihnachtsdekoration und das war f\u00fcr mich wirklich \u00fcberraschend. &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/priscilla-und-eugine-in-deutschland\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":743,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-726","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","nodate","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/726","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=726"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/726\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":797,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/726\/revisions\/797"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/743"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=726"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}