{"id":81,"date":"2015-11-06T20:50:28","date_gmt":"2015-11-06T19:50:28","guid":{"rendered":"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/?page_id=81"},"modified":"2018-06-01T14:55:25","modified_gmt":"2018-06-01T12:55:25","slug":"partnerschaft-entwickelt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/index.php\/partnerschaft-entwickelt\/","title":{"rendered":"Partnerschaft entwickelt"},"content":{"rendered":"<p><em>20 Jahre eine-welt-engagement e.v.<\/em><\/p>\n<p>Die Geschichte ist schnell erz\u00e4hlt:<\/p>\n<p>1995 gegr\u00fcndet an der Anne-Frank-Schule in D\u00fcren als Initiative von Lehrern, Sch\u00fclern und Eltern im Rahmen eines Projektes der Schulseelsorge, um einen Laden mit fair gehandelten Produkten zu betreiben. Mit dem Erl\u00f6s werden Schul- und Ausbildungsprojekte der Caritas der Di\u00f6zese Monze in Sambia\/ Afrika unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>1997 legt der Verein vier Aufgabenbereiche f\u00fcr seine Arbeit fest: Austausch mit Sambia im Rahmen des Sozialen Dienstes f\u00fcr Frieden und Vers\u00f6hnung (SDFV), Unterst\u00fctzung von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit in der Di\u00f6zese Monze, F\u00f6rderung des Fairen Handels und Entwicklungspolitische Bildungsarbeit.<\/p>\n<p>Im gleichen Jahr werden die ersten jugendlichen Freiwilligen f\u00fcr ein Jahr nach Sambia entsandt.<\/p>\n<p>2000 kommen zum ersten Mal auch sambische Jugendliche f\u00fcr ein Jahr f\u00fcr ein freiwilliges soziales Jahr nach D\u00fcren<\/p>\n<p>2003 weitet sich der Verein \u00fcber die Schule hinaus aus, an der Schule arbeitet weiterhin , aber als eigenst\u00e4ndiger Verein der EWE an der Anne-Frank-Schule e.V.<\/p>\n<p>Zurzeit hat das eine-welt-engagement (ewe) 144 f\u00f6rdernde Mitglieder. Er wird von einem Vorstand aus 7 Mitgliedern geleitet, die alle ehrenamtlich die unterschiedlichen Verantwortungsbereiche gestalten. 55 deutsche Freiwillige haben in den vergangenen 18 Jahren einen einj\u00e4hrigen Freiwilligendienst in Sambia geleistet und 18 sambische Jugendliche kamen \u00fcber den Verein als Freiwillige nach Deutschland.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-84\" src=\"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub2-420x484.jpg\" alt=\"jub2\" width=\"300\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub2-744x450.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub2.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Hinter diesen Zahlen und Fakten stehen Menschen, insbesondere junge Menschen, die dem Verein ein Gesicht geben und die die Partnerschaft mit den Menschen im S\u00fcden Sambias leben \u2013 das Bistum Monze besteht aus 23 Pfarreien auf einem Territorium so gro\u00df wie die Republik Irland. Menschen, die eine Welt erlebt haben und leben.<\/p>\n<p>Am 3. Oktober waren sie eingeladen zum Jubil\u00e4um des Vereins in der Marienkirche in D\u00fcren.<\/p>\n<p>20 Jahre entspricht ungef\u00e4hr dem Alter in dem die Freiwilligen nach Abitur oder Berufsausbildung zu ihrem Dienst entsandt werden. Die derzeitigen Freiwilligen waren also noch nicht geboren, als die ersten Freiwilligen 1997 entsandt wurden. Ein spannendes Aufeinandertreffen!<\/p>\n<p>Zum Workshop am Nachmittag waren mehr als die H\u00e4lfte aller ehemaligen Freiwilligen des ewe aus Bremen, Berlin, Rostock, M\u00fcnchen, Utrecht, \u2026 und Lusaka angereist. Die meisten kannten sich \u00fcberhaupt nicht, dennoch entstand bereits in einer gegenseitigen Vorstellrunde ein Gef\u00fchl von Vertrautheit: \u201eDie anderen wussten, obwohl sie mich \u00fcberhaupt nicht kannten, wovon ich sprach, hatten \u00e4hnliches erlebt, \u2026\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-91\" src=\"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub4-420x710.jpg\" alt=\"jub4\" width=\"300\" height=\"266\" \/><\/a>Unter der Frage \u201eWie haben meine Erfahrungen im Freiwilligenjahr was ich heute bin und tue beeinflusst?\u201c, die vom Caritas-Direktor der Di\u00f6zese Monze , Solomon Phiri gestellt wurde, konnten viele der Anwesenden von Werten berichten, die ihre Studien- und Berufswahl, aber auch ihre Lebensf\u00fchrung nachhaltig beeinflusst haben. Roana(Rainer), Familienvater und Arzt mit eigener Praxis aus der Gegend um M\u00fcnchen \u201eIn Sambia habe ich gelernt Geduld zu haben, mit den Menschen, die mir begegnen und mit mir selbst. Das hat mir geholfen meinen Weg zu gehen\u201c \u2013 Nicole, studiert Ern\u00e4hrungswissenschaften in Utrecht: \u201eDurch meinen Aufenthalt in Sambia habe ich den Mut gewonnen mich auf die Welt und die Menschen einzulassen\u201c \u2013 Nele, studiert Sonder-P\u00e4dagogik in Rostock: \u201eMeine Arbeit mit H\u00f6rgesch\u00e4digten im Behindertenzentrum in Choma hat mich best\u00e4rkt dieses Studium zu ergreifen\u201c \u2026 Yvonne, Universit\u00e4tsassistentin an der Historischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Lusaka: \u201eOhne mein Freiwilligenjahr in Deutschland h\u00e4tte ich mich nie getraut mich auf ein Universit\u00e4tsstudium zu bewerben\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-85\" src=\"http:\/\/eine-welt-erleben.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub3-420x536.jpg\" alt=\"jub3\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub3-744x498.jpg 744w, https:\/\/eine-welt-erleben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/jub3.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Diese Erfahrungen und Werte, die von den Freiwilligen eingebracht wurden, sind f\u00fcr die Auswahl, Vorbereitung und Begleitung der Freiwilligen wichtig zu wissen und zu ber\u00fccksichtigen. Daher waren die Verantwortlichen f\u00fcr die Freiwilligenarbeit nicht nur neugierig auf diese Gespr\u00e4chsrunde, sondern haben auch intensiv mitdiskutiert, denn mittlerweile liegt die Vorbereitung und Begleitung der deutschen Freiwilligen bei Natalie Regniet und Gesine Linden, die selber Freiwillige des ewe in Sambia gewesen sind. Die Begleitung der sambischen Freiwilligen machen Nina Braun, ewe-Freiwillige 2011\/2012, und Irmela Kuhlen, die auch stellvertretende Vorsitzende des ewe ist. Als ehemalige Lehrerin ist sie besonders eine wichtige Ansprechpartnerin f\u00fcr die Gastfamilien der sambischen Freiwilligen.<\/p>\n<p>Sowohl sambische, als auch deutsche Freiwillige leben in Gastfamilien, dies ist fast ein Alleinstellungsmerkmal des eine-welt-engagement in der Freiwilligenarbeit mit einem afrikanischen Partner. Wobei der Begriff Gast eigentlich nur einige Tage zutreffend ist, danach ist man Teil der Familie, mit allen Rechten und Pflichten. F\u00fcr die sambischen Jugendlichen gar nicht anders denkbar, ist dies f\u00fcr die deutschen Jugendlichen, die ja eben erst erwachsen geworden sind und aus ihren Familien heraus die Welt entdecken wollen, eine gro\u00dfe Herausforderung. Solomon Phiri \u2013von Anfang an Begleiter der deutschen Freiwilligen- m\u00f6chte diese Lernerfahrung als Familienvater und als Gastvater nicht missen, wie er im Interview am \u201eFeierabend\u201c zum ewe-Jubil\u00e4um gestand. Im Gespr\u00e4ch mit dem Moderator Johann M\u00fcller von der Akademie der Deutschen Welle, selbst auch ehemaliger Freiwilliger des ewe und heute in der Ausbildung afrikanischer Journalisten t\u00e4tig, und Guido Sch\u00fcrenberg, seit 2002 Vorsitzender des ewe, beschrieb er als pers\u00f6nliche Lernerfahrung: Der sambische Familienvater ist die oberste Autorit\u00e4t in der Familie. Ihm haben Frau und Kinder fraglos zu gehorchen. So galt es auch in seiner Familie \u2013 bis er mit den deutschen Freiwilligen zu tun bekam, die immer eine Begr\u00fcndung erfragten. Eine ungewohnte herausfordernde Situation in einer patriarchalen Gesellschaft. Mittlerweile hat das aber auch in seiner Familie Schule gemacht und auch in seiner professionellen Arbeit als Leiter des Development Department der Di\u00f6zese. Er habe sch\u00e4tzen gelernt die Interessen der Menschen um sich herum, ihre Erfahrungen und Meinungen wertzusch\u00e4tzen und seine Entscheidungen und Ma\u00dfnahmen im Team zu diskutieren und Verantwortung zu delegieren.<\/p>\n<p>Familienentwicklung war dann auch das Stichwort f\u00fcr die letzte Interviewrunde an diesem Jubil\u00e4ums-Feierabend: Wie ver\u00e4ndern und entwickeln sich Familien, wenn ein Kind einen Freiwilligendienst in Sambia oder Deutschland antritt. Leider konnten nur deutsche M\u00fctter von ihren Erfahrungen als \u201eentsendende\u201c Mutter oder als \u201eGastmutter\u201c ins Gespr\u00e4ch bringen. F\u00fcr die sambische Seite erz\u00e4hlte daher Sr. Chrisencia ihre Erfahrungen aus der Begleitung der deutschen Freiwilligen und ihrer Gastfamilien. Ist das Verlassen der Herkunftsfamilie unter normalen Umst\u00e4nden zum Studium schon f\u00fcr die Eltern und Geschwister h\u00e4ufig eine deutliche Ver\u00e4nderung und erfordert eine neue Rollenfindung, so der Aufenthalt in einem ganz anderen Kulturkreis und einer so ganz fremden Familie und Umgebung ganz besonders. Entsprechend gibt es Fragen nach Sicherheit und medizinischer Versorgung, nach Kommunikationsm\u00f6glichkeiten, aber auch \u201eWird unser Kind dort gl\u00fccklich? Und wie k\u00f6nnen wir Anteil daran nehmen?\u201c So bei Frau Kuchiba, der Mutter einer Freiwilligen, die erst vor wenigen Wochen wieder von ihrem Auslandsjahr zur\u00fcck war. Ihr hat geholfen und sie geradezu begeistert, dass sie an der jedes Jahr vom ewe und seinem Partner Caritas Monze organisierten FairReisen-Tour mit der ganzen Familie teilnehmen konnte. Dabei lernte sie nicht nur Sambia und die Projekte des ewe kennen, sondern auch eine ganz andere, lebendigere Form Kirche zu leben. Dies hatte auch Frau Kampfmann, die ihren \u201eGastsohn\u201c bei dieser Gelegenheit in Lusaka besuchen konnte, besonders beeindruckt. Lebendige Pfarreien mit vielen Jugendlichen und Kindern, die intensiv und lebendig Gottesdienst miteinander feierten. \u201eDer Afrikaner ist notorisch religi\u00f6s!\u201c hat einmal der Afrika-Korrespondent der ZEIT gesagt. Dies vermissen die sambischen Freiwilligen, obwohl in kirchennahen Familien untergebracht, sehr. F\u00fcr die deutschen Freiwilligen stellt es eine Herausforderung dar, die ihrem eigenen Kirche sein aber oft einen nachhaltigen Impuls gibt.<\/p>\n<p>Ein bisschen klang diese so andere Kirchen- und Gottesdiensterfahrung auch im mit der Mariengemeinde und interessierten G\u00e4sten gefeierten Gottesdienst. Die mit biblischen Partnerschaftsgeschichten und afrikanischen Liedern der Gruppe Afro Accoustics vom Vorstand des ewe gestaltete Wort-Gottes-Feier erm\u00f6glichte eine sehr lebendige gottesdienstliche Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Afro Accoustics; eine Kenianerin und ein Sambier, die in Bonn leben, begleitete mit selbstverfassten afrikanischen Liedern, in denen immer wieder auch die tiefe Verwurzelung in Familienstrukturen thematisiert wurde, den \u201eFeierabend\u201c und lie\u00dfen das Jubil\u00e4um ausklingen mit der Aufforderung beim alten deutschen Schlager \u201eSch\u00f6n war die Zeit\u201c doch kr\u00e4ftig mitzusingen. In jeder Hinsicht ein klangvoller und stimmiger Ausklang.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Guido Sch\u00fcrenberg<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20 Jahre eine-welt-engagement e.v. Die Geschichte ist schnell erz\u00e4hlt: 1995 gegr\u00fcndet an der Anne-Frank-Schule in D\u00fcren als Initiative von Lehrern, Sch\u00fclern und Eltern im Rahmen eines Projektes der Schulseelsorge, um einen Laden mit fair gehandelten Produkten zu betreiben. 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