Naomie in Sambia

Von Lusaka nach Mazabuka, meine ersten Tage in Sambia
Hoch über den Wolken von Sambia bekam ich schon eine erste Ahnung davon, was mich geografisch erwarten würde. Was mir zuerst auffiel: die Landschaften sind sehr weit und sie haben andere Farben, als meine Augen es gewohnt sind. Als ich aus dem Flugzeug ausstieg, umarmte mich ein angenehm warmes Klima. Das überraschte mich, denn ich hatte mit Hitze gerechnet.
Im Flughafengebäude kam ich dann mit einem jungen Mann und einer älteren Dame, seiner Mutter, ins Gespräch. Beide kommen eigentlich aus Malawi, verbringen aber sehr viel Zeit in Sambia. Die beiden erzählten mir, wie schön es hier sei und dass ich Glück habe, so ein schönes Land kennenzulernen. Das Gespräch war ein sehr schönes Gespräch.

Die anschließende Fahrt von Lusaka nach Mazabuka war aufregend und lang. Der Fahrer hatte eine weite Strecke zurückzulegen. Der Boden in Sambia ist überwiegend sandig. Der Asphalt auf der Strecke wiederum hat viele Schlaglöcher, weshalb der Fahrer einiges zu tun hatte, ihnen auszuweichen – auch bei zügigem Tempo. Über diesen Fahrstil war ich einerseits ziemlich erstaunt, andererseits ich fand ich es sehr aufregend und amüsant. Auch hatte ich keine Sorge oder Angst, denn die Einheimischen kennen ihre Straßen und wissen, was sie tun. Während der langen Fahrt konnte ich schon einige Eindrücke von Sambia gewinnen, wie zum Beispiel Land, Leute, Landschaften, Obstbäume, Frauen, die Obst und Gemüse verkauften, meinen ersten Sonnenuntergang und den wunderschönen Sternenhimmel über Sambia.

Nun bin ich schon ein paar Tage (genauer: drei Tage) hier und fange an, mich so langsam an alles zu gewöhnen. Es ist schwer, so weit weg von allem Gewohnten zu sein. Doch mir ist es wichtig, aus meiner Komfortzone herauszutreten und mich weiterzuentwickeln. Und auch hier wird alles mit der Zeit zur Gewohnheit werden, da bin ich mir sicher.

Die ersten 10 Tage werde ich im Haus der Sisters of the Holy Spirit unter der Anleitung von Sister Chrisencia verbringen. Von ihr wurde ich hier auch empfangen. Sie und die anderen Sisters begleiteten mich durch die ersten Tage. Ich war auch schon in der Stadt: überall sind Menschen, die mich anschauen und genauso neu wie ich ihnen erscheine, so neu erscheinen sie mir und auch ich blicke neugierig zu den Menschen. In den Läden und auf der Straße ist viel los und überall hört man Musik. Die Menschen scheinen hier gerne und sehr viel zu lachen. Und auch Geschichten scheinen sie sich gerne zu erzählen. Es ist schön zu sehen, dass die Menschen sich hier gegenseitig grüßen und miteinander reden, egal ob sie sich kennen oder nicht. Auch mir gegenüber sind sie sehr nett und fragen neugierig, woher ich komme.

An einem Tag bin ich mit Sister Chrisencia von Mazabuka aus nach Monze gefahren: in meine zukünftige Heimat. So konnte ich bereits meine Familie kennenlernen und mir das Haus, in dem ich wohnen werde, anschauen. Das war sehr aufregend. Dennoch war ich in dieser Situation sehr verhalten und schüchtern, da so viel Neues auf mich zukam und ich die ganzen vorangegangenen Eindrücke noch nicht verarbeitet hatte. Das war aber gar nicht schlimm, denn auch auf der anderen Seite, also seitens meiner Gastfamilie, verhielten sich meine Geschwister und auch mein Vater noch zurückhaltend. Meine zukünftige Mutter konnte ich leider noch nicht kennenlernen, da sie arbeiten war.

Zurück in Mazabuka lerne ich nun weiter, mich der Kultur anzupassen und mich langsam an alles zu gewöhnen. Auch die regionale Sprache der Einheimischen, genannt Tonga, lerne ich hier. Dafür kommt fast jeden Tag eine Lehrerin zu mir: die Gastmutter von Alisha, die vorletztes Jahr (2017/2018) ihr FSJ hier gemacht hat. Tonga ist, wenn man es von Einheimischen gesprochen hört, sehr schwer zu verstehen. Zumindest für mich. Daher schreibt mir die Lehrerin alles auf ein Blatt Papier und ich gehe alles mit ihr durch. Die Sprache ist sehr interessant und es macht Spaß, sie zu sprechen. Damit ihr einen Eindruck von der Sprache bekommt und auch mit mir lernen könnt, habe ich etwas vorbereitet – nämlich greetings/Begrüßungen:

Kwamba – Hallo

Wa buka buti – Guten Morgen

Kasiya buti – Guten Abend

Moone Kabotu – Gute Nacht

Uli buti – Wie geht es dir?

Bei allem wird mit Kabotu geantwortet, das so viel heißt wie ok. Hier ein Beispiel:

…Wa buka buti

…Kabotu, wa buka buti

…Kabotu

Die Sprache ist sehr stark mit Respekt verbunden und es gibt daher verschiedene Weisen, jemanden anzusprechen – je nachdem, ob man mit gleichaltrigen oder älteren Personen spricht. Um es einfach zu halten, benutze ich die allgemeinen Formen.

So das war’s erst einmal für den Anfang. Ich grüße Deutschland und bis bald!

Naomie

Hallo, mein Name ist Naomie und ich bin die neue Freiwillige des ewe’s für das Jahr 2019/2020. Ich bin 25 Jahre alt und lebe mittlerweile seit 3 Jahren in Aachen. Im Sommer 2018 habe ich meinen Bachelorabschluss in Kommunikationsdesign gemacht.

In meiner Freizeit beschäftige ich mich viel mit Musik. Außerdem laufe ich viel mit meiner Kamera herum und schieße Fotos von meinen Freunden. Manchmal entstehen daraus auch Fotoprojekte oder neue Collagen, die ich anfertige.

Während meiner Bachelorphase habe ich angefangen, als Assistentin für eine Frau mit Behinderung zu arbeiten, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist. So sammle ich erste Erfahrungen im sozialen Bereich. Denn ich möchte zukünftig im sozialen Bereich bleiben und arbeiten. Mir macht die Arbeit mit Menschen bis heute Spaß, sodass ich den Nebenjob als Assistentin auch weiterhin beibehalten habe.

Aber dabei möchte ich es nicht belassen: ich möchte mehr lernen im Bereich der sozialen Arbeit. Deshalb habe ich mich letztes Jahr dazu entschieden, mit einer Organisation ein freiwilliges Jahr im Ausland zu machen. Hierbei habe ich mich für das schöne Sambia und den ewe entschieden. Was mich vor allem antreibt und worauf ich gespannt bin, ist mit den Menschen in Sambia zu leben, ihre Kultur und Lebensweise kennenzulernen und neue Erfahrungen sammeln zu können. Für mich soll das Jahr in Sambia nicht nur meiner persönlichen, sondern auch der beruflichen Orientierung dienen. Denn mein Wunsch ist es, einen sozialen Beruf zu studieren.

So kann ich mir gut vorstellen, mit Kindern zu arbeiten. In diesem Bereich habe ich bislang noch keine Erfahrungen. Aber ich mit natürlich auch offen, mit behinderten Menschen zu arbeiten. Denn auch wenn ich hier schon einige Erfahrungen gesammelt habe, gibt es immer noch viel zu lernen.


Ich freue mich sehr, mit dem ewe ein Jahr in Sambia zu verbringen und dort gemeinsam mit den Menschen leben und von ihnen lernen zu dürfen.