Priscilla und Eugine in Deutschland

Unglaubliches Deutschland

Bei der Ankunft am Flughafen hatte ich nicht mit so einer großen Anzahl von Leuten gerechnet, die auf uns vier Freiwillige – Priscilla, Ben, Silja und mich – wartete. Aber es waren wirklich viele und sie freuten sich, uns zu sehen. Es war lustig und schön, auch weil sie uns mit einem riesigen Kuchen in Empfang nahmen. Das war sehr nett, obwohl ich schon so viel Kuchen gegessen hatte. Aber es war wirklich sehr nett

Am nächsten Tag fuhren wir nach Düren, um dort unsere Bustickets abzuholen. Dann gingen wir über den Dürener Markt, der sehr farbenfroh wirkte mit all den Blumen, dem Gemüse und dem Obst. Danach gingen wir weiter zur Anna-Kirmes. Zwar gab es dort viele Angebote und Fahrgeschäfte und ich hätte sie alle gerne ausprobiert. Aber leider hatte ich sehr viel gegessen, (was auch nett war), aber deshalb musste ich auf einem langsamen, aber sehr großen Gerät, das Riesenrad genannt wird, fahren. Von dort oben hatte man einen Blick auf ganz Düren.

Am darauffolgenden Montag begann unser Deutschunterricht, wobei die Sprache nicht ganz neu für mich ist, weil ich schon in Sambia damit begonnen habe, sie zu lernen.

Ich habe hier auch schon Beachvolleyball gespielt. Das war super, auch wenn die Kommunikation eine Herausforderung darstellte. Aber Hauptsache war, dass ich spielen konnte.

Das deutsche Essen ist auch sehr lecker. Aber das Wasser ist sehr anders als in Sambia: es ist so, als ob man Sprite ohne Zucker trinken würde.

Guten Tag und danke!

Eugine Himunza

Erster Bericht von Priscilla

Als ich hier ankam, habe ich es nicht für möglich gehalten, dass ich es hier mögen könnte. Aber ich musste mich wohl einfach nur an die neue Situation und Umgebung gewöhnen. Nun mag ich es hier wirklich und bin froh angekommen zu sein. Ich dachte, dass es sehr schwer würde, so weit weg von zu Hause zu sein, aber ist es doch nicht so schwer, wie ich gedacht hatte. Vielleicht wird es an einem bestimmten Punkt noch so kommen, aber für den Moment bin ich sehr, sehr froh, hier zu sein.

An den ersten beiden Tagen war ich bei Irmela und es hat mir bei ihr sehr gefallen. Am Samstag sind wir zur Anna-Kirmes gegangen, wo ich viel Spaß hatte, vor allem auf der Fahrt mit dem Riesenrad. Ich habe auch Pommes mit Wurst gegessen und Cola getrunken und ich muss sagen, dass ich das Essen hier auch mag.

Am Sonntag waren wir in der Marienkirche. Die Messe hier ist schon etwas anders als bei uns in Sambia. Aber bin froh, hingegangen zu sein. Hier hatte ich nämlich auch die Gelegenheit, meine künftige Gastfamilie zu treffen. Wir haben ein bisschen miteinander sprechen können und es war schön, sie einmal gesehen zu haben. Danach habe ich Edith und ihren Hund Elsa kennengelernt. Elsa ist echt groß, aber lieb. Seit Sonntag bis Ende August wohne ich nun auch bei Edith und Elsa.

Am Montag begann unser Deutschkurs mit Saskia. Deutsch zu lernen ist nicht ganz einfach, aber ich will mich sehr anstrengen, damit ich mich besser unterhalten kann.

Dann am Dienstagnachmittag traf ich Isy und Falonne, die beiden Tutorinnen für die Kultureinführung. Beide waren sehr nett zu mir und ich mag sie auch sehr. Sie helfen uns auch beim Deutschlernen.

Am nächsten Tag brachte Irmela Eugine und mich nach Aachen, wo auch Isy und Falonne zu uns stießen. In Aachen nahmen wir an einem Treffen mit anderen Freiwilligen aus Südamerika teil. Durch das Zusammensein und durch das, was ich über sie lernte, bekam ich den Eindruck, dass die Welt wirklich klein ist. Nach diesem Treffen haben wir schließlich auch Evans getroffen, einen ehemaligen Freiwilligen. Er zeigte uns Aachen, wir aßen und tranken etwas zusammen und hatten dann noch eine Menge Spaß bei verschiedenen Spielen.

Am Donnerstag gingen wir Beachvolleyball spielen. Obwohl ich noch nie Beachvolleyball gespielt habe, hat es Spaß gemacht und ich konnte beobachten, wie die Leute dabei hinfielen und über und über mit Sand waren.

Der Freitag war aufregend, weil wir mit Falonne und Isy nach Düren wollten. Mir hat es in der Stadt so gut gefallen, weil es so viel zu sehen gab, wir uns in den Geschäften umgeschaut haben und auch dort Essen waren. Falonne zeigte Eugine und mir auch, wie man mit dem Bus fährt und wo wir aussteigen müssen.

Am Samstag habe ich Edith geholfen, das Haus zu putzen. Für mich war das nicht viel Arbeit, weil ich meiner Mutter zuhause so gut wie jeden Tag dabei geholfen habe. Dann gingen wir mit Falonne und ihrer Familie zum Basketball spielen. Das hat mir sehr gut gefallen, weil wir alle dieselbe Hautfarbe hatten und das Beisammensein mit Falonnes Familie gab mir das Gefühl, zuhause zu sein.

Sonntags dann ging ich mit Isy und Falonne in einen afrikanischen Gottesdienst und ah! das hat mir so gut gefallen: Leute wie mich mit ihrer Musik und ihren Tänzen zu sehen. Nach Messe und Mittagessen fuhren wir dann zum Tagebau Hambach und kletterten auf den Indemann, einen hohen Turm in der Nähe.

Bisher gefällt mir Deutschland sehr. Es gibt leckeres Essen, besonders das Eis, die Schokolade, Fritten und einige Brotsorten. Aber sie mögen hier Zucker nicht so wie wir Afrikaner. Der Sonnenuntergang ist anders als der Sambische und es ist erstaunlich, dass es abends um 7h noch hell ist.

Ich muss sagen, Deutschland ist ein schönes Land. Ich es mag.

Priscilla Daka

Ich heiße Priscilla Daka, bin 18 Jahre alt, geboren am 8. September 2000. Ich lebe im südlichen Teil von Sambia, in Namalundu Kafue Gorge.

2007 bin ich in die Namalundu Grundschule gekommen, 2015 habe ich an der St. Joseph´s Secondary School meine mittlere Reife bestanden und 2018 an derselben Schule mein Abitur. Ich habe insgesamt 8 Punkte erreicht bei dieser letzten Prüfung. An der St. Joseph´s Schule habe ich auch unterschiedliche Auszeichnungen und Bescheinigungen erhalten als eine der besten und intelligentesten Schülerinnen.

Ich lebe mit meinen beiden Eltern zusammen in Kafue Gorge. Mein Vater arbeitet als Polizist beim Militär und meine Mutter kümmert sich um unsere gesamte Familie. Ich habe noch vier Geschwister, drei Brüder und eine Schwester, zusammen sind wir also fünf Kinder.

Mein älterer Bruder Samuel ist 20 Jahre alt, meine Schwester Joyce ist 16, mein jüngerer Bruder Joseph ist 14 und mein kleiner Bruder Daniel ist 3 Jahre alt.

Zur Zeit habe ich keine Beschäftigung. In meiner Freizeit zeichne ich gerne und mag Kunst, schaue Fernsehen, lese Romane und schlafe. Dann höre ich auch gerne Musik und mag es mit Leuten zu reden, also ich mich an Gesprächen zu beteiligen.

Mein Leben ist ein offenes Buch und ich rede gerne über mich selbst, wenn ich gefragt werde. Ich habe gerne Freunde um mich herum und spreche gerne mit Leuten, um sie besser kennenzulernen und ich lerne gerne neue Dinge hinzu.

Nach meinem Freiwilligen-Jahr in Deutschland möchte ich gerne Ingenieurwissenschaft studieren: Biomedizin, um genauer zu sein.

Priscilla

Viele Grüße
Priscilla Daka

Eugine Himunza

Ich wurde am 9. Juli 2000 geboren und bin 18 Jahre alt. Ich wurde in eine Familie mit 2 Kindern geboren: meiner älteren Schwester und mir. Aber jetzt bin ich allein übriggeblieben, weil meine Schwester gestorben ist. Jahre später ist auch meine Mutter an einem Asthma Anfall gestorben. Zu meinem Vater habe ich keine Informationen. Ich lebe zusammen mit einigen Vettern bei meiner Großmutter. Das Leben ist für mich in Ordnung, bis auf die Tatsache ohne Eltern aufzuwachsen. Denn meine Tanten und Onkel kümmern sich um alle meine Bedürfnisse.*

Seit 2007 bin ich zur Schule gegangen und habe mein Abitur im Jahr 2018 gemacht.

Ich bin jemand, der sich gerne mit unterschiedlichen Menschen umgibt, weshalb ich auch sehr gesellig bin. In meiner Freizeit gehe ich gerne mit meinen Freunden spazieren, um neue Orte zu entdecken. Außerdem mag ich gerne Videospiele und Basketball.

In Deutschland möchte ich gerne ganz viele Dinge kennenlernen. Während meines freiwilligen Jahres würde ich gerne in einem Kindergarten arbeiten, weil ich Kinder sehr gern mag, oder in einem Krankenhaus, weil ich Clinical Officer ** oder Krankenpfleger werden möchte.

Der Grund, weshalb ich nach Deutschland kommen möchte, ist, dass ich mehr über die Menschen in Deutschland verstehen möchte und wie andere Menschen an unterschiedlichen Orten leben. Auch möchte ich meine sambische Kultur und ihre guten Seiten teilen.

Anmerkungen der Redaktion:
*In der sambischen Gesellschaft gehört es zu den verwandtschaftlichen Verpflichtungen, insbesondere Waisen von Familienmitgliedern in die eigene Familie aufzunehmen. Dies kommt in Sambia häufig vor und ist daher auch nicht ungewöhnlich. Die aufgenommenen Kinder haben dann die gleichen Rechte und Pflichten wie die eigenen Kinder.

**Clinical Officer in Sambia ist ein Beruf ähnlich MTA in Deutschland